1MDB-Skandal in Malaysia Goldman Sachs zahlt fast drei Milliarden wegen Korruptionsskandal

In der Korruptionsaffäre um den malaysische Staatsfonds 1MDB akzeptiert Goldman Sachs eine Zahlung von 2,9 Milliarden Dollar. Einen Teil des Geldes könnte sich die Bank von früheren Chefs zurückholen.
Werbung für 1MDB in Kuala Lumpur (2016)

Werbung für 1MDB in Kuala Lumpur (2016)

Foto: Olivia Harris/ REUTERS

Die US-Großbank Goldman Sachs hat eine Milliardenstrafe wegen ihrer Rolle in der Korruptions- und Geldwäscheaffäre beim malaysischen Staatsfonds 1MDB akzeptiert. Goldman werde im Rahmen eines Vergleichs mit Behörden in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Singapur und anderen Ländern insgesamt 2,9 Milliarden Dollar zahlen, teilte das US-Justizministerium mit.

Goldman Sachs wird im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal unter anderem beschuldigt, Regierungsvertreter in Malaysia und Abu Dhabi mit Schmiergeldern von mehr als einer Milliarde Dollar bestochen zu haben. Anwälte der Bank hatten zuvor bei Gericht in New York ein Schuldbekenntnis im Namen von Goldman Malaysia wegen Verstößen gegen das Antikorruptionsgesetz "Foreign Corrupt Practices Act" abgegeben.

Der 1MDB-Fonds war 2009 zur Wirtschaftsförderung Malaysias eingerichtet worden, Ex-Regierungsmitglieder und dubiose Berater sollen jedoch - angeblich mithilfe von früheren Goldman-Mitarbeitern - den Großteil der Mittel veruntreut haben. Die Bank war an der Ausgabe von Anleihen des Fonds im Volumen von 6,5 Milliarden Dollar beteiligt und soll dabei überhöhte Gebühren eingestrichen haben.

Weitere Milliardenzahlung an Malaysia

Ende Juli hatte sich Goldman Sachs bereits mit der Regierung Malaysias auf eine Milliardenzahlung geeinigt. Die Einigung enthält eine direkte Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar an den malaysischen Staat. Weitere 1,4 Milliarden Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten von 1MDB sollen mithilfe von Goldman Sachs und des US-Justizministeriums zurückgeführt werden.

Dem "Wall Street Journal" zufolge will sich die Bank Millionen von Dollar bei amtierenden und ehemaligen Topmanagern zurückholen, in deren Verantwortungsbereich die Verwicklung in die 1MDB-Affäre fiel. Betroffen seien auch der derzeitige Vorstandschef David Solomon und sein Vorgänger Lloyd Blankfein, berichtete das Finanzblatt unter Berufung auf Insider. An der Börse wurde die Milliardenstrafe indes gelassen aufgenommen, die Aktien von Goldman Sachs reagierten kaum.

dab/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.