Vor EZB-Sitzung Goldpreis durchbricht 1300-Dollar-Marke

Der Dax im Höhenflug, Gold so teuer wie seit Monaten nicht mehr: Anleger investieren massiv in Sachwerte - in Erwartung der Geldflut, welche die Europäische Zentralbank am Donnerstag wohl beschließen wird.

Goldbarren: Investitionen in "sichere Anlagehäfen"
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Goldbarren: Investitionen in "sichere Anlagehäfen"


Frankfurt am Main - Die Aussicht auf eine neue Geldflut in der Eurozone hat dem Goldpreis einen Schub gegeben. Am Morgen kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls mehr als 1300 Dollar - erstmals seit dem vergangenen August. Zwischenzeitlich stieg der Preis auf 1303,20 Dollar.

Der Dax Chart zeigen notierte zur Eröffnung am Mittwoch fast unverändert bei 10.266 Punkten, nachdem er am Vortag auf einem Rekordhoch aus dem Handel gegangen war.

Den Grund für den starken Anstieg der Kurse sehen Anleger in der erwarteten Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Beobachter rechnen mehrheitlich damit, dass die Notenbanker im großen Stil Staatsanleihen kaufen werden. Das Ziel: die Konjunktur ankurbeln und die drohende Deflation - eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen - abwenden. Am Markt gebe es derzeit kein anderes Thema, sagte ein Börsianer.

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Gefährlicher Preisverfall: Wie Deflation entsteht
Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank sind am Goldmarkt wieder verstärkt Finanzinvestoren "auf den Zug aufgesprungen". Außerdem sehen die Analysten in der bevorstehenden Parlamentswahl in Griechenland einen weiteren Preistreiber beim Gold.

Am Sonntag werden die Griechen wählen. In den Umfragen hat das Linksbündnis Syriza einen Vorsprung im Rennen um die Gunst der Wähler. Obwohl Syriza-Chef Alexis Tsipras zuletzt Kompromissbereitschaft im Streit um die Fortsetzung der Spar- und Reformpolitik signalisierte, ist die Unsicherheit vor den Wahlen groß.

Die überraschende Abkehr der Schweizer Notenbank (SNB) vom Euro-Mindestkurs zum Franken habe die Nervosität noch erhöht, sagte ein Händler an der Frankfurter Börse. "Einige fragen sich, wie berechenbar Zentralbanken noch sind." In dem Umfeld sei etwa Gold als "sicherer Anlagehafen" gefragt.

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yes/Reuters/dpa



insgesamt 78 Beiträge
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Heumar 21.01.2015
1. Geldflut?
Richtig, das ist auf bereits überschwemmte Wiesen zusätzlich gepumptes Geld, dass die Sumpfwiesen der Finanzwirtschaft noch weiter überflutet. Die schon nicht mehr wissen, wohin mit dieser Flut und auf waghalsige Spekulationen ausweichen. Die zwangsläufig dann zum Crash führen. Wann kehrt endlich wieder die Vernunft bei den Zentralbanker ein?
schlachtross 21.01.2015
2. Statt Verhöhnung der AfD...
bekommt sie jetzt mit ihrem Goldverkauf Recht! Der massive Wertverlust der auf den Euro zukommt, der wird den Wohlstand derjenigen verzerren, die nicht in Immobilien, Gold o.ä. investiert haben. Das Schlimme ist: Wernn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann heißt es, dass die AfD zwar Recht gehabt habe, man jetzt aber so weit gegangfen ist, dass es viel teurer würde umzukehren.
max.klakow 21.01.2015
3. Immer geht es nur um die großen Unternehmen zum Nachteil des Bürgers
Wir wollen hier keine Flutung der Märkte mit dem Spielzeuggeld Euro! Dieses ist nur ein Vorteil für die großen Firmen, die längst ihr Geld anderwertig angelegt haben. Das ist alles eine Schweinerei! Der Euro kann durch die Fluting so sehr an Wert verlieren, dass das Währungssystem zusammenbricht. Der Euro ist doch schon kaum etwas wert. Diese EU und der Euro waren ein Fehler!
muellerthomas 21.01.2015
4.
Zitat von schlachtrossbekommt sie jetzt mit ihrem Goldverkauf Recht! Der massive Wertverlust der auf den Euro zukommt, der wird den Wohlstand derjenigen verzerren, die nicht in Immobilien, Gold o.ä. investiert haben. Das Schlimme ist: Wernn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann heißt es, dass die AfD zwar Recht gehabt habe, man jetzt aber so weit gegangfen ist, dass es viel teurer würde umzukehren.
Die AfD hat also Recht, weil der Goldpreis nun nach Jahren, in denen es eher abwärts oder seitwäts ging etwas gestiegen ist? Sollte die AfD dann auch Aktien makeln, weil die auch steigen?
pom_muc 21.01.2015
5.
Zitat von schlachtrossbekommt sie jetzt mit ihrem Goldverkauf Recht! Der massive Wertverlust der auf den Euro zukommt, der wird den Wohlstand derjenigen verzerren, die nicht in Immobilien, Gold o.ä. investiert haben. Das Schlimme ist: Wernn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann heißt es, dass die AfD zwar Recht gehabt habe, man jetzt aber so weit gegangfen ist, dass es viel teurer würde umzukehren.
Das wirklich Schlimme ist dass die Fehlentscheider zukünftig mit fetten Pensionen abgesichert sind während jeder Angestellte in der Realwirtschaft nicht nur seine Ersparnisse verliert sondern zukünftig auch noch massiv höhere Steuern und Abgaben bezahlen muss. Die Entscheidung der letzten Jahrzehnte mehr Beamte einzustellen und deren Gehälter massiv aufzustocken führt dazu dass bis 2050 noch 40% real höhere Pensionslasten auf die Steuerzahler zukommen. Wir werden deshalb noch massive Steuererhöhungen sehen die uns als notwendig für "Infrastruktur und Bildung" verkauft werden aber letztendlich anderen Zwecken dienen. Im Vergleich zur Schulden- und Transferunion die über Euro und EU auf uns zukommen sind die deutschen Beamtenpensionen aber Peanuts. Zukünftig zahlen wir für die Beamtenschaft Europas und deren Pensionen Summen die heute kein Journalist öffentlich zu nennen wagt.
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