Höchster Stand seit fast sechs Jahren Goldpreis steigt auf mehr als 1400 Dollar

Gold gilt vielen Investoren als krisenfeste Anlageform. Nun hat womöglich auch der Konflikt zwischen den USA und Iran den Preis des Edelmetalls in die Höhe schießen lassen.

Goldbarren
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Goldbarren


Anleger kaufen derzeit viel Gold. Die Deutschen horten gar eine Rekordmenge von 8918 Tonnen. Mit der hohen Nachfrage steigt auch der Preis für das Edelmetall. Am Freitag kletterte der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) auf 1411 Dollar. Das ist der höchste Stand seit September 2013. Umgerechnet in Euro wurde der höchste Preis seit April 2013 erreicht.

Viele Anleger, die in Gold Chart zeigen investieren, schätzen daran, dass das Edelmetall trotz Preisschwankungen seinen Wert auch in Krisenzeiten nie ganz verliert. Allerdings hat Gold einen großen Nachteil. Es wirft weder Zinsen noch Dividenden ab und hat auf lange Sicht bisher nur halb so viel Rendite gebracht wie Aktien.

Dennoch ist Gold derzeit gefragt. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Die US-Notenbank Fed hat in dieser Woche ihre Bereitschaft durchblicken lassen, ihre Leitzinsen zu verringern. Die Aussicht auf fallende Zinsen kommt Gold zugute - weil das Edelmetall im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen keine Zinsen abwirft.
  • Der schwächere Dollar, der unter der Erwartung sinkender US-Zinsen leidet, stützt den Goldpreis ebenfalls. Denn Gold wird international in Dollar gehandelt. Ein fallender Dollarkurs kommt Anlegern außerhalb des Dollarraums entgegen, weil diese günstiger an die US-Währung und damit auch an Gold kommen.
  • Die zahlreichen politischen Risiken in der Welt treiben den Goldpreis ebenfalls in die Höhe. Allen voran sorgen die Spannungen zwischen den USA und Iran nach dem Abschuss einer US-Drohne für Verunsicherung. Hinzu kommen die zahlreichen Handelskonflikte, insbesondere der Zoll- und Technologiestreit zwischen den USA und China.

apr/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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WolfThieme 21.06.2019
1. Zum Golde drängt doch alles
Diese Woche las ich in meiner Lokalzeitung wieder eine Warnung, Geld in Gold anzulegen Keine Zinsen! Kursrisiko! Warum warnen Journalisten immer wieder vor dem Kauf von Gold? Seit 2014 (!) ist der Kurs kontinuierlich gestiegen, und jetzt auch noch diese Meldung. Kollegen, aufwachen.
Kurt-C. Hose 21.06.2019
2.
Zitat von WolfThiemeDiese Woche las ich in meiner Lokalzeitung wieder eine Warnung, Geld in Gold anzulegen Keine Zinsen! Kursrisiko! Warum warnen Journalisten immer wieder vor dem Kauf von Gold? Seit 2014 (!) ist der Kurs kontinuierlich gestiegen, und jetzt auch noch diese Meldung. Kollegen, aufwachen.
Weil der Streit - typisch deutsch - immer prinzipiell geführt wird. Kein Mensch sollte sein gesamtes Sparvermögen in Gold anlegen, aber ein gewisser Goldanteil gehört in jedes umsichtig aufgebaute Vermögensportfolio - und mit Gold meine ich physisches Gold, und nicht Goldminenaktien, Goldzertifikate jeglicher Art und ähnliche Papiere.
leontion 21.06.2019
3. Es ist fast immer ein schlechtes Zeichen ...
... wenn der Goldpreis steigt. Abgesehen von der von den USA provozierten Iran-Krise ist der nächste Finanzcrash überfällig. Alle 8 - 10 Jahre findet so einer statt. Der letzte ist jetzt 11 Jahre her. Der Dollar ist dank exorbitant wachsenden US-Schulden immer weniger wert, und zwei wichtige südliche Euroländer tun wenig bis nichts gegen ihre Probleme.
martinmde 21.06.2019
4. saure Gurken Zeit?
der Goldpreis ist genauso hoch wie 2016 ne echte Null- Nachricht
adieu2000 21.06.2019
5. Und was machen die Chinesen mit ihren Dollars?
Gold kaufen! China ist einer der größten Gläubiger der USA, und in einem Handelskrieg könnte der Dollar für sie extrem schnell an Wert verlieren. Und Russland kann die Dollars für ihr Erdgas und Erdöl wegen immer neuer und verlängerter Sanktionen auch kaum gebrauchen, die kaufen auch viel lieber Gold und lagern es ein. Der Iran will auch keinen Dollar haben, weil sie damit Nichts kaufen können. Alle die mit Dollar handeln machen sich früher oder später erpressbar. Die USA blähen ihren Schuldenstand rasant weiter auf und drucken frisches Geld, mit dem sie ihre Schulden durch nach und entwerten, zu Lasten ihrer Gläubiger.
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