Überwachungskamera-Deal Google dringt weiter in die Wohnungen vor

Google dehnt seine Einkaufstour aus: Einem Blog zufolge hat die Tochterfirma Nest für eine halbe Milliarde Dollar das Start-up Dropcam übernommen. Es stellt sehr populäre kleine Überwachungskameras für den Privatgebrauch her.
Google-Logo: Der Internetkonzern kann künftig Wohnungen überwachen

Google-Logo: Der Internetkonzern kann künftig Wohnungen überwachen

Foto: Jens Meyer/ AP/dpa

Bangalore - Google arbeitet weiter mit hoher Geschwindigkeit daran, seine Geschäftsfelder auszuweiten. Der Internetkonzern kauft ein weiteres junges Unternehmen, das Technik zur Überwachung von Wohnungen anbietet. Wie das Technik-Blog "Re/code" berichtet , wird die Google-Tochter Nest Labs das Start-up Dropcam für rund 555 Millionen Dollar übernehmen. Nest und Dropcam bestätigten die Übernahme in verschiedenen Blogs, nannten aber keinen Preis. Google äußerte sich nicht dazu.

Der Internetkonzern hatte Nest selbst erst Anfang des Jahres für 3,2 Milliarden Dollar gekauft. Die Firma stellt intelligente Systeme zur Temperaturregelung in Gebäuden sowie Rauchmelder her. Die Übernahme gilt als Googles Einstieg in den Markt für "intelligente Häuser". "Re/code" zufolge ist Nest für den Kauf von Dropcam selbst verantwortlich, das Unternehmen werde in Nest integriert und falle auch unter dessen Datenschutzbestimmungen.

Dropcam stellt kleine Überwachungskameras für den Hausgebrauch her, die Videobilder über das Internet übertragen und im hauseigenen Speicherdienst ablegen. Ein Großteil der Kamerakäufer hat dem Unternehmen zufolge diesen Service abonniert. Dropcam veröffentlicht keine Verkaufszahlen, die Kameras gehören dem Bericht zufolge aber zu den meistverkauften Überwachungsprodukten bei Amazon.

Google führt seine intensive Expansion damit weiter fort: Ende Mai stellte der Konzern den Prototypen eines fahrerlosen Autos vor, und vor weniger als zwei Wochen wurde bekannt, dass Google das Satellitenunternehmen Skybox Imaging übernehmen wird. Kurz zuvor hatte der Internetkonzern den Drohnenhersteller Titan Aerospace gekauft.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" will Google außerdem in ein neues Unterseekabel zwischen Japan und den USA investieren. Internetfirmen setzen verstärkt auf private Kabelnetze, bei denen sie im Gegensatz zu öffentlichen Kabeln selbst über die Art der Nutzung, die Bandbreiten und die Zugänge bestimmen können.

nck/Reuters