Quartalszahlen Google und Microsoft melden Milliardengewinne, Amazon macht Verlust

Mehrere Online-Riesen haben ihre Quartalszahlen vorgelegt: Während Google seinen Gewinn steigern konnte, rutschte Amazon in die roten Zahlen. Aber das Cloud-Geschäft macht Hoffnung - das gilt auch für Microsoft.

Google-Büro in Toronto: "Bedenkliche Bestandteile im Quartalsbericht"
REUTERS

Google-Büro in Toronto: "Bedenkliche Bestandteile im Quartalsbericht"


Der Internetriese Google hat seinen Gewinn weiter gesteigert. Der Überschuss erhöhte sich im ersten Quartal 2015 im Jahresvergleich von 3,45 auf 3,59 Milliarden Dollar - umgerechnet rund 3,32 Milliarden Euro - wie der US-Konzern mitteilte.

Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 17,3 Milliarden Dollar. Allerdings leidet auch Google unter dem starken US-Dollar. Ohne den Einfluss des Wechselkurses, der die im Ausland erwirtschafteten Erlöse bei Umrechnung in US-Währung verringert, hätte das Umsatzplus bei 17 Prozent gelegen.

Das Umsatzplus hat Google besonders den anziehenden Anzeigenverkäufen zu verdanken. Onlinewerbung brachte Erträge in Höhe von 16,5 Milliarden Dollar ein, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr. Die bezahlten Klicks, eine von Analysten stark beachtete Größe, legten auf Jahressicht um 13 Prozent zu. Zum Vorquartal fielen sie jedoch um ein Prozent. Zudem ging der durchschnittliche Preis pro Anzeige um sieben Prozent zurück.

"Es gibt einige bedenkliche Bestandteile in Googles Quartalsbericht", sagte Mark Vickery vom Analysehaus Zacks Investment Research mit Blick auf diese Entwicklung. Google tut sich schon länger schwer, weil das Anzeigen-Kerngeschäft von klassischen Desktop-PCs auf Smartphone-Bildschirme abwandert.

"Wir sehen weiter großen Schwung im mobilen Werbegeschäft", sagte Google-Finanzchef Patrick Pichette zwar laut Pressemitteilung. Doch auch die Konkurrenz legt auf diesem Gebiet kräftig zu. Vor allem Facebook, das am Mittwoch einen Umsatzsprung von 42 Prozent gemeldet hatte, ist für Google eine Bedrohung.

Insgesamt blieben die Quartalszahlen laut Analyst Vickery bereits das sechste Mal in Folge unter den Markterwartungen. Dennoch stieg die Aktie nachbörslich um mehr als drei Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten war die Kursentwicklung allerdings auch deutlich hinter der des Technologie-Indexes Nasdaq zurückgeblieben.

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon hat im ersten Quartal 2015 mit Verlust gearbeitet. Es gab ein Minus von 57 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 108 Millionen Dollar vor einem Jahr.

Dafür ist das Geschäft mit Cloud-Diensten für Amazon profitabel. Der Umsatz des Bereichs schoss im ersten Quartal um fast die Hälfte auf 1,57 Milliarden Dollar hoch, unterm Strich blieb hier ein Gewinn von 265 Millionen Dollar. Die Amazon-Aktie legte nachbörslich zeitweise um mehr als sechs Prozent zu.

Microsoft konnte seinen Umsatz im Cloud-Geschäft um mehr als hundert Prozent steigern - auf jährlich rund 6,3 Milliarden Dollar. Insgesamt sank der Überschuss im ersten Quartal 2015 um zwölf Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 4,99 Milliarden Dollar - etwa 4,61 Milliarden Euro. Damit übertraf Microsoft die Erwartungen der Wall Street. Die Aktie stieg nachbörslich um etwa zwei Prozent.

syd/dpa/Reuters



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
melmag 24.04.2015
1. Ruinös
Amazon hat ein im Kern ruinöses Geschäftsmodell. Alles billig, gratis versenden, bedingungslose Rücknahme. Das wird extrem ausgenutzt. So kann auch ein Riesenladen nicht auf einen grünen Zweig kommen. Selbst steueroptimiert nicht.
kleiner.ketzer 24.04.2015
2.
Wäre schön wenn Google von dem Geld mal etwas in die Weiterentwiklung der PC Programme Google Earth und Picasa stecken würde.
ewspapst 24.04.2015
3. Anders herum
Das ist aber eine tolle Meldung. Nur leider habe ich so etwas noch nie übe unsere deutsche Arbeiterschaft gehört. obwohl die doch für unseren sogenannten Wohlstand verantwortlich is. Den Arbeiter speist man mit einem Jahresgewinn von ein paar Hundert Euro ab, wie es vermutlich bei den Lokführern geschehen wird. Mikrosoft und Google aber sahnen ab.
yaba 24.04.2015
4. Amazon
Amazons Strategie war es noch nie die Börse glücklich zu machen, sondern konsequent zu wachsen und neue Geschäftsfelder zu erobern. Dafür hat Amazon meinen Respekt in der heutigen Zeit.
Dr. Seltsam 24.04.2015
5. Wieso investiert jemand in Aktien von...
.. einem Unternehmen, was rote Zahlen schreibt? Ich werd das Parkett wohl nie verstehen...
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