Steuertrick Google schleust 20 Milliarden Euro aus Europa auf die Bermudas

Googles Mutterkonzern Alphabet entzieht Europas Steuerbehörden große Summen. Das Geld landet auf den Bermudas. Das Schlupfloch ist legal, wird aber bald geschlossen.
Google-Logo (Archiv)

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Foto: Charles Platiau/ REUTERS

Über legale Steuerschlupflöcher hat Google 2017 knapp 20 Milliarden Euro aus Europa herausgeschleust. Der Mutterkonzern Alphabet transferierte diese Summe über die Niederlande auf die Bermudas. Das geht aus Dokumenten hervor, die an die Niederländische Handelskammer übermittelt wurden.

Auf den Bermudas fällt für Unternehmen keine Einkommensteuer an. Google nutzt diesen Steuertrick seit mehr als zehn Jahren, 2016 hatte der Konzernrund 16 Milliarden Euro dorthin transferiert. Google teilte mit, das Unternehmen halte sich in allen Ländern, in denen es tätig sei, an die Steuergesetze.

Der Geldtransfer ist legal. Er erfolgt über eine Struktur, die unter Experten als "Double Irish, Dutch Sandwich" bekannt ist. Eine niederländische Google-Tochter transferiert dabei fast alle ihre Einnahmen auf die Google Ireland Holding, die auf den Bermudas ihren Steuersitz hat, allerdings als Unternehmen in Irland registriert ist.

Streit über Digitalsteuer

Die Einnahmen stammen vorwiegend aus Lizenzgebühren eines irischen Ablegers, über den der Großteil der Umsätze außerhalb des US-Geschäfts läuft. Auf Druck der Europäischen Union und der USA hat Irland aber 2014 entschieden, dass diese Vereinbarung mit Google beendet wird und die Steuervorteile für den Konzern 2020 enden.

Digitalfirmen wie Google und Facebook zahlen in Europa der EU-Kommission zufolge nur halb so viel Steuern wie klassische Unternehmen. Grund sei, dass sie häufig an Orten angesiedelt sind, die keine Steuern erheben oder ihre Geschäfte in Ländern mit günstigen Bedingungen bündeln. EU-Kommission und -Parlament wollen große Digitalkonzerne daher stärker besteuern.

Allerdings gab es zuletzt bei den EU-Staaten, die einstimmig über Steuerfragen entscheiden müssen, keinen Konsens über eine rasche Einführung. Bedenken kamen vor allem aus Irland und einigen skandinavischen Ländern. Ein Kompromissvorschlag kommt aus Deutschland und Frankreich. Dieser sehe Diplomatenkreisen zufolge vor, dass eine Umsatzsteuer von drei Prozent auf Onlinewerbeerlöse bis März 2019 beschlossen werden und ab Januar 2021 gelten solle.

brt/Reuters/dpa