Missbrauch von Marktmacht Südkoreas Kartellbehörde verhängt Millionenbuße gegen Google

Die Kartellwächter in Südkorea wollen Googles Marktmacht beschneiden. Sie werfen dem Konzern vor, Smartphone-Herstellern zu wenig Einfluss zu geben. Dafür soll die Firma zahlen, doch die wehrt sich.
Eine Südkoreanerin fotografiert sich mit dem Smartphone (Symbolfoto)

Eine Südkoreanerin fotografiert sich mit dem Smartphone (Symbolfoto)

Foto: Gemma Ferrando / imago/Westend61

Weil der US-Konzern Google seine Marktmacht missbraucht haben soll, muss das Unternehmen in Korea ein Millionenbußgeld zahlen. Rund 207 Milliarden Won (150 Millionen Euro) soll Google zahlen, teilte die Behörde am Dienstag mit. Google soll seine dominierende Stellung bei Handybetriebssystemen und auf dem Markt für Apps missbraucht haben, um seine Marktmacht zu festigen. Seit 2016 hatte die Behörde gegen Google ermittelt.

Laut der Kartellbehörde hindere der US-Konzern Smartphone-Hersteller daran, an ihre Bedürfnisse angepasste Versionen des Google-Betriebssystems Android zu installieren. So hätten die Hersteller »keine innovativen Produkte mit neuen Dienstleistungen« anbieten können. Dies hemme den Wettbewerb und ermögliche es dem US-Konzern, seine Marktmacht noch weiter zu festigen.

Google gab bekannt, in Berufung gehen zu wollen. Der US-Konzern begründete die Haltung damit, dass die Entscheidung nicht widerspiegele, welche Vorteile Android den Verbrauchern biete. Für Google ist das Urteil ein weiterer Rückschlag innerhalb kürzester Zeit. Erst am Montag war ein Gesetz in Kraft getreten, das viele als »Anti-Google-Gesetz« bezeichnen, weil es sich gegen die Dominanz von Google und Apple im App-Sektor richtet.

Südkorea versucht gerade, die Marktmacht der beiden US-Internetriesen Apple und Google auf dem Feld der Apps und Spiele zu beschneiden. Das südkoreanische Parlament beschloss vor Kurzem ein Gesetz, um zu verhindern, dass IT-Unternehmen Entwicklern die Festlegung einer Bezahlmethode in Geräten vorgeben. Dieser Zwang ist nunmehr illegal. Solch ein Vorgehen von Unternehmen wird auch in vielen anderen Ländern kritisiert – etwa in den USA und in der Europäischen Union.

kig/afp/Reuters
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