Smartphones Google will mit Huawei im Geschäft bleiben

Der Computerkonzern Huawei gilt in den USA als Hilfsspion der chinesischen Regierung. Google will trotzdem mit ihm arbeiten - der Internetriese argumentiert mit der Sicherheit für die Nutzer.
Messestand von Huawei: Google um die Sicherheit besorgt

Messestand von Huawei: Google um die Sicherheit besorgt

Foto: Jorge Silva/REUTERS

Google wirbt einem Zeitungsbericht zufolge in Washington um die Erlaubnis der US-Regierung, weiter mit dem chinesischen Huawei-Konzerns im Geschäft zu bleiben. Dabei gehe es vor allem darum, Huawei-Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android versorgen zu dürfen, schreibt die "Financial Times" in ihrer Freitagsausgabe. Der Internetkonzern argumentiere, dass ein Ende der Zusammenarbeit schlecht für die Sicherheit der Nutzer wäre, hieß es unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Die USA hatten Mitte Mai Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

Wenig später räumte US-Präsident Donald Trump eine 90-tägige Übergangsfrist für die Maßnahmen ein. Nutzer von Huawei-Smartphones können also noch bis Mitte August unter anderem mit Updates und Apps von Google rechnen. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung aber nicht. Huawei kündigte bereits an, ein eigenes Betriebssystem für seine Smartphones spätestens im nächsten Jahr zur Marktreife zu bringen.

Google warne nun in Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung, dass das chinesische Betriebssystem mehr Software-Fehler als Android haben könnte - und damit leichtere Beute für Hacker wäre, schrieb die "Financial Times". Deshalb setze sich der Internetkonzern in Washington für eine längere Lockerung der Regeln oder eine komplette Suspendierung des Verbots ein.

Huawei ist der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt und auch ein führender Netzwerkausrüster.

mik/dpa
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