Steuerstreit Google zahlt rund eine Milliarde Euro an Frankreich

Google hat seinen Steuerstreit mit Frankreich beigelegt. Neben einer Nachzahlung wird für den Internetkonzern auch eine Strafe fällig.
Google-Campus: Der Steuerstreit mit Frankreich ist beigelegt

Google-Campus: Der Steuerstreit mit Frankreich ist beigelegt

Foto: Amy Osborne / AFP

Der US-Internetkonzern Google muss in dem Steuerstreit mit Frankreich insgesamt rund eine Milliarde Euro zahlen. Das sieht eine Vereinbarung mit der Regierung in Paris vor. Ähnliche Abkommen hatte Google zuvor mit Großbritannien und Italien geschlossen.

Google zahlt der Vereinbarung zufolge 465 Millionen Euro an zusätzlichen Steuern an Frankreich. Das wurde in Paris vor Gericht besiegelt. Zudem habe Google eine Strafzahlung in Höhe von rund 500 Millionen Dollar akzeptiert. Das hatte die nationale Finanzstaatsanwaltschaft zuvor mitgeteilt. Damit wird die vier Jahre andauernde Untersuchung beendet. Google bestätigte die Vereinbarung.

Legale Steuerschlupflöcher

Die französischen Steuerfahnder waren zu dem Schluss gekommen, dass der Internetkonzern zu wenig Steuern in dem Land bezahlt hatte, während ein großer Teil der Erlöse in Europa über die irische Google-Niederlassung verbucht wird.

Google zahlt auch dank legaler Schlupflöcher seit Jahren kaum Steuern in der Europäischen Union. Ab kommendem Jahr sollen einige Steuervorteile für Google allerdings entfallen.

Der EU-Kommission zufolge zahlen Digitalfirmen wie Google und Facebook in Europa nur halb so viel Steuern wie klassische Unternehmen. Grund sei, dass sie häufig an Orten angesiedelt seien, die keine Steuern erheben oder ihre Geschäfte in Ländern mit günstigen Bedingungen bündeln.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Artikels war die Höhe der Steuernachzahlung in einer falschen Größenordnung angegeben. Wir haben den Fehler korrigiert.

brt/AFP/dpa
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