Zwischenlager RWE klagt gegen Schließung von Gorleben

Dem Staat drohen weitere Klagen wegen seiner Atompolitik: RWE klagt gegen die Schließung des Atommüll-Zwischenlagers Gorleben. Der Energiekonzern hofft auf Entschädigung für die teure Nachrüstung seiner eigenen Lager.
Bergmänner in Gorleben: Keine Castor-Behälter aus dem Ausland mehr

Bergmänner in Gorleben: Keine Castor-Behälter aus dem Ausland mehr

Foto: Philipp Schulze/ dpa

Essen - Der Energiekonzern RWE   geht nun ebenfalls gegen die Schließung des Zwischenlagers für radioaktiven Abfall im niedersächsischen Gorleben im Zuge des Atomausstiegs vor. Die RWE Power AG reichte Klage in allen drei Bundesländern ein, wo an ihren Atomkraftwerken die Zwischenlager teuer nachgerüstet werden müssten.

Eine Klage für den Standort Biblis ging beim Land Hessen ein, wie das hessische Umweltministerium am Freitag mitteilte. RWE Power gehe aber auch in Bayern wegen des Atomkraftwerks Gundremmingen und in Niedersachsen wegen Emsland gerichtlich vor, sagte eine Sprecherin in Essen. Ähnlich verfährt der Energiekonzern E.on für seine Kraftwerke.

Damit droht dem Bund erneut juristischer Ärger wegen seiner Atompolitik. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der schwedische Energiekonzern Vattenfall Deutschland wegen des Atomausstiegs auf 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt.

Das Endlagersuchgesetz des Bundes sieht vor, dass keine Castor-Behälter mit wiederaufbereitetem Atommüll aus Frankreich oder Großbritannien mehr nach Gorleben gebracht werden. Das dortige Zwischenlager ist genehmigt und von der Industrie bezahlt worden. Es sollen aber keine Fakten für ein mögliches Endlager geschaffen werden. Stattdessen werden Atomkraftwerke gesucht, die in den kommenden zwei Jahren Castoren aufnehmen können.

ade/dpa