Zwischenlager RWE klagt gegen Schließung von Gorleben

Dem Staat drohen weitere Klagen wegen seiner Atompolitik: RWE klagt gegen die Schließung des Atommüll-Zwischenlagers Gorleben. Der Energiekonzern hofft auf Entschädigung für die teure Nachrüstung seiner eigenen Lager.

Bergmänner in Gorleben: Keine Castor-Behälter aus dem Ausland mehr
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Bergmänner in Gorleben: Keine Castor-Behälter aus dem Ausland mehr


Essen - Der Energiekonzern RWE Chart zeigen geht nun ebenfalls gegen die Schließung des Zwischenlagers für radioaktiven Abfall im niedersächsischen Gorleben im Zuge des Atomausstiegs vor. Die RWE Power AG reichte Klage in allen drei Bundesländern ein, wo an ihren Atomkraftwerken die Zwischenlager teuer nachgerüstet werden müssten.

Eine Klage für den Standort Biblis ging beim Land Hessen ein, wie das hessische Umweltministerium am Freitag mitteilte. RWE Power gehe aber auch in Bayern wegen des Atomkraftwerks Gundremmingen und in Niedersachsen wegen Emsland gerichtlich vor, sagte eine Sprecherin in Essen. Ähnlich verfährt der Energiekonzern E.on für seine Kraftwerke.

Damit droht dem Bund erneut juristischer Ärger wegen seiner Atompolitik. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der schwedische Energiekonzern Vattenfall Deutschland wegen des Atomausstiegs auf 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt.

Das Endlagersuchgesetz des Bundes sieht vor, dass keine Castor-Behälter mit wiederaufbereitetem Atommüll aus Frankreich oder Großbritannien mehr nach Gorleben gebracht werden. Das dortige Zwischenlager ist genehmigt und von der Industrie bezahlt worden. Es sollen aber keine Fakten für ein mögliches Endlager geschaffen werden. Stattdessen werden Atomkraftwerke gesucht, die in den kommenden zwei Jahren Castoren aufnehmen können.

ade/dpa

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schwaebischehausfrau 16.06.2019
1. Der Bund wird ganz sicher zahlen...
denn RWE befindet sich zu einem großen Teil im Besitz von diversen Kommunen in NRW - und die sind sowieso chronisch klamm und eigentlich schon pleite. Da die SPD in der Regierung ist, kann sie sich gar nicht leisten, diese Pleite-Städte in ihrem "Stammwähler-Land" abblitzen zu lassen. Also wird's laufen wie immer: RWE und Freunde haben jahrzehntelang richtig satte Profite mit ihren AKWs gemacht und jetzt wo das Ende absehbar ist, wird man mit aller Macht nochmal richtig Kasse machen - über Klagen gegen den Atomausstieg genauso wie über die Abwälzung der Kosten für Atommüll-Entsorgung und AKW-Rückbau an die dummen Steuerzahler. Die zahlen für ihren Atomstrom dann quasi doppelt an RWE: Erst über die Strom-Rechnung und dann nochmal durch Schäuble's kommende Geschenke an die Atom-Mafia..
student93 18.10.2014
2. Eine Frechheit!!!
Jahrelang haben EON, RWE, Vattenfall und wie die ganzen Verbrecher heißen Milliarden Gewinne mit der Atomkraft an Land gezogen. Kaum geht es in die Roten Zahlen, wird alles versucht es wieder auf den Bürger abzuwälzen!!! Wo sind die ehemaligen Gewinne hin?? Und wer zahlt denn noch den Atommüll in Zukunft wenn er 10000 Jahre nach strahlt? Hauptsache weg von der Atomkraft ...
aat 18.10.2014
3. Endlager
Niemand will diesen Müll in seiner Umgebung haben. Lager wie die Asse und AKW Krümmel haben gezeigt, dass die Bevölkerung dadurch krank wird. Auch wenn die Politik das permanent ignoriert. Es gibt leider keine Sicherheit beim Atommüll und hoffentlich erkennen das auch irgendwann unsere Politiker. Am Besten wir stellen ihnen ein paar Fässer in das Parlament und in das Bundeskanzleramt. Vielleicht ändert das die Einstellung. Ohne solche Maßnahmen wird kein Politiker die echte Gefahr erkennen !
silentsport 18.10.2014
4.
Richtig so. Es gibt ein Endlager, es ist bezahlt worden von der Industrie und dieses rumgeeiern wegen neuer Standortsuche ist rein politisch.
insideoutside 18.10.2014
5. Von der Industrie bezahlt worden?
"Von 1977 bis 2010 fielen laut Bundesregierung für Gorleben Kosten in Höhe von 1,559 Milliarden Euro an. Auf Bund und Länder und damit den Steuerzahler entfielen 142 Millionen Euro (9,1 Prozent), der Rest wurde von der Atomindustrie bezahlt." Quelle: n-tv
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