Drohender Krieg Russische Börse bricht ein

Der Grenzkonflikt mit der Ukraine trifft auch Russlands Wirtschaft: Die Aktienmärkte des Landes stürzen ab, der Rubel fällt auf ein nie dagewesenes Tief. Die russische Zentralbank sieht sich zu einer radikalen Zinserhöhung gezwungen. In ganz Europa brechen die Börsenkurse ein.
Händler an Moskaus Börse MICEX (Archivbild): Stärkster Einbruch seit Jahren

Händler an Moskaus Börse MICEX (Archivbild): Stärkster Einbruch seit Jahren

Foto: MIKHAIL METZEL/ AP

Moskau - Die Krim-Krise hat die russische Börse am Montag auf Talfahrt geschickt: Der Moskauer Börsenindex MICEX brach um 5,89 Prozent ein, der Index RTS sackte nach Börsenöffnung um 7,08 Prozent in den Keller. Der Rubel stürzte auf ein historisches Tief gegenüber Euro und Dollar. Ein Euro kostete erstmals mehr als 50 Rubel.

Der RTS, in dem in Dollar notierte Aktienwerte zusammengefasst sind, brach sogar um bis zu zehn Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Einzelwerte wie die Papiere des Gasförderers Gazprom sackten sogar um bis zu zwölf Prozent ab.

Die Auswirkungen der Krise blieben nicht auf Russland beschränkt. Der Dax sackte im frühen Handel um 2,47 Prozent auf 9452 Punkte ab. Zuletzt war es im Januar an einem einzigen Tag so deutlich abwärts gegangen. Auch der französische und britische Aktienmarkt starteten negativ in den Handel. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um 2,07 Prozent auf 3083 Punkte abwärts.

Investoren reagierten beunruhigt auf die drohende militärische Intervention Russlands in der Ukraine. Um die Schockwellen für die Wirtschaft zu bremsen, hob die russische Zentralbank den Leitzins überraschend von 5,5 auf sieben Prozent an. "Die Entscheidung hat das Ziel, Inflationsrisiken und Risiken für die finanzielle Stabilität angesichts der zunehmend volatilen Märkte zu verhindern", teilte die Notenbank mit, ohne die Ukraine ausdrücklich zu nennen.

Der Kreml hat nach dem Umsturz in Kiew Tausende Soldaten auf die ukrainische Halbinsel Krim verlegt. Russlands Präsident Wladimir Putin ließ sich am Wochenende vom Parlament grünes Licht für eine militärische Intervention geben. Im Westen sorgte Moskaus Vorgehen für große Beunruhigung und scharfe Kritik.

ade/AFP/Reuters
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