Grenzwerte für Verbrauch Obama will Porsches Spritfresser stoppen

Es drohen empfindliche Strafen oder gar das Aus in Amerika: Ab kommendem Jahr sollen in den USA auf Wunsch von Präsident Obama neue Verbrauchsgrenzwerte für Autos gelten, die Porsche deutlich überschreitet. Zuerst gilt eine Übergangsregelung - doch Lobbyisten warnen: ab 2016 wird's brenzlig.
Porsche: In den USA bald unter Druck?

Porsche: In den USA bald unter Druck?

Foto: ddp

Hamburg - Es wird eng für Cayenne und Co. Mit seinen verbrauchsfreudigen Boliden steht Porsche   vor massivem Ärger in Amerika. Ein von der US-Regierung geplantes Gesetz, das auf nationaler Ebene neue Grenzwerte für den Verbrauch festschreibt, bereitet dem deutschen Sportwagenhersteller Sorgen - denn seine Autos überschreiten die Werte deutlich.

Das Gesetz werde "im Mai veröffentlicht und tritt im Modelljahr 2012 in Kraft", sagte Porsche-Lobbyist Stephan Schläfli der "Financial Times Deutschland". Das US-Modelljahr 2012 entspricht etwa dem Kalenderjahr 2011. "Für die Modelljahre 2012 bis 2015 haben wir eine Ausnahmegenehmigung bekommen", ab 2016 aber gelte diese nicht mehr, so Schläfli.

Technisch unmöglich?

Bis zu diesem Jahr müsste Porsche für die gesamte Fahrzeugflotte eine durchschnittliche Reichweite von 41,4 Meilen pro Gallone erreichen. Das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern. Im Moment kommen die Stuttgarter lediglich auf 27 Meilen pro Gallone. "Um den Grenzwert zu erreichen, müssten wir den Verbrauch Jahr für Jahr um rund zehn Prozent senken", rechnete Schläfli vor. Das sei technisch unmöglich.

Das neue Gesetz geht zurück auf die Entscheidung von Obama, eine landesweit einheitliche Regelung zu schaffen. Sollte der Entwurf in seiner jetzigen Fassung verabschiedet werden, würde er am härtesten die deutschen Hersteller treffen, die in Amerika vor allem große Wagen mit starken Motoren verkaufen. Kritiker aus dem deutschen Lager halten dies nicht für Zufall. Schließlich seien die Formeln zur Berechnung der Grenzwerte gerade so formuliert worden, dass die großen US-Hersteller die Vorgaben genau erfüllen. Als Grundlage der Berechnung werden Radstand und Spurbreite der Autos herangezogen.

Die "FTD" bezeichnet dies als ungewöhnlich - müssten doch die kürzeren und kompakteren Porsche-Fahrzeuge damit strengere Grenzwerte einhalten als etwa Pick-up-Trucks der Konkurrenten General Motors und Ford.

VW bringt keine Rettung

Selbst der geplante Zusammenschluss mit Volkswagen würde die Stuttgarter kaum retten. "Der Gesetzentwurf schreibt das Modelljahr 2009 als Bezugsjahr fest", sagte Schläfli. "In diesem Jahr war Porsche eigenständig." Zudem dürfte VW nach Berechnungen der Behörde selbst Probleme bekommen, die neuen Vorgaben bis 2016 zu erfüllen. Der Konzern verkauft in den USA vor allem Autos mit großen Motoren wie den VW Touareg und die Audi-Modelle A8 und Q7.

Um den Verbrauch im Durchschnitt zu senken, will Porsche die Modelle Cayenne und Panamera künftig auch mit Hybridantrieb anbieten. "Entscheidend ist aber nicht unser Angebot", stellte Schläfli klar. "Für die Behörde kommt es darauf an, wie viele Autos wir verkaufen." Dass sich ausgerechnet die Porsche-Kunden künftig in großer Zahl für Hybridmodelle entscheiden werden, wird in der Branche allerdings bezweifelt.

sef/dpa

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