Griechenland & Co. Wie viele Krisen-Papiere die deutschen Banken haben

Die deutschen Banken beugen sich dem öffentlichen Druck: Alle am Stresstest beteiligten Geldhäuser haben jetzt ihr Engagement in Staatsanleihen kriselnder Staaten veröffentlicht - obwohl sie nicht dazu verpflichtet waren. Am stärksten investiert ist demnach die DZ Bank.

Foyer der Commerzbank: Fast acht Milliarden Euro investiert
ddp

Foyer der Commerzbank: Fast acht Milliarden Euro investiert


Frankfurt am Main - Die Ergebnisse der Stresstests sind bereits am vergangenen Freitag veröffentlicht worden - doch erst jetzt ist auch von allen 14 getesteten deutschen Banken bekannt, wie stark sie in Staatsanleihen kriselnder Staaten investiert sind.

Als letzte veröffentlichte die Deutsche Bank Chart zeigen die Zahlen am Dienstag. So bezifferte das größte deutsche Geldhaus sein Engagement in Papieren der so genannten PIGS-Staaten (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) mit knapp zwei Milliarden Euro. Das bereinigte Engagement der Commerzbank Chart zeigen lag Ende März bei 7,6 Milliarden Euro, wie die Bank mitteilte.

Die Veröffentlichung dieser Daten im Rahmen der Stresstest-Ergebnisse war zwar freiwillig. An der Börse war die anfängliche Zurückhaltung einiger deutscher Geldhäuser aber auf Unverständnis gestoßen. Von den 14 abgefragten deutschen Banken hatten ursprünglich nur acht die Angaben gemacht.

Auch das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank legte am Dienstag nach. So beläuft sich das Engagement der Bank in Staatsanleihen kriselnder Länder auf mehr als acht Milliarden Euro. Am schwersten wogen ihren Angaben zufolge die Staatsanleihen in Spanien von 5,19 Milliarden Euro, gefolgt von Italien mit 3,26 Milliarden Euro.

WGZ-Bank hat mehr als vier Milliarden investiert

Das Engagement der WGZ-Bank belief sich Ende März auf mehr als vier Milliarden Euro. So investierte die Bank eigenen Angaben zufolge vor allem mit zwei Milliarden Euro in spanische Staatsanleihen und in Italien mit 1,53 Milliarden Euro.

Die Düsseldorfer Bank schrieb auf ihrer Webseite, dass sie fast alle Staatsanleihen in ihrem mehr als 35 Milliarden Euro schweren Portfolio bis zur Fälligkeit halte. Sie müsse für diese deshalb keine Abschläge in der Stresstest-Bewertung vornehmen, weil es sich um langfristig gehaltene Wertpapiere handele.

Die ebenfalls in die Kritik geratene Postbank Chart zeigen hatte bereits am Montag ihre Zahlen veröffentlicht. Demnach liegt der Löwenteil des Engagements der Bank in Italien mit 4,6 Milliarden Euro, gefolgt von Griechenland mit 1,3 Milliarden Euro und Spanien mit 1,2 Milliarden Euro. Die Landesbank Berlin ist nach eigenen Angaben mit 439 Millionen Euro in Italien investiert, in Griechenland mit 393 Millionen Euro.

yes/ddp



insgesamt 253 Beiträge
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Seite 1
urban_grandier 16.07.2010
1. bravo!
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Also ich find's super, dass, im Zuge des Stresstests, jetzt auch die Großbanken vom 750-mrd-Fonds profitieren können. Sollte irgendein Staat bei der Stützung angeschlagener Finanzinstitute seine nationalen Fonds ausgereizt haben, könne er auf die finanzielle Rückendeckung der EU setzen, sagte Rehn am Montag. (http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE66500L20100706) Ist ja auch egal - ob man es nun erst umständlich den Griechen (oder so) gibt und die es dann den Banken geben ... kann man's den Banken auch einfach direkt überweisen, dann können die damit schneller wieder gegen die Griechen (oder sonstwen) wetten. Das nenn ich mal Synergieeffekte nutzen.
rolli 17.07.2010
2.
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Wann ist je die ganze Wahrheit im Zusammenhang mit Banken und Bankenkrise ans Licht gekommen? Haben die Banken überhaupt die richtigen Zahlen an die Tester übermittelt? Und wie kann eine Postbank, die nie im Investmentbanking tätig war plötzlich illiquide sein? Sicher hat die Deutsche Bank die Postbank als bad bank benutzt. Ein Stresstest, dessen Kriterien nicht öffentlich ist, sondern nur die Ergebnisse, ist wertlos, und möglicherweise schädlich. http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Was-ist-Europas-BankenStresstest-wert-/story/17223174 rolli
sponfeind 17.07.2010
3.
Ach, das wird doch das selbe Spiel wie in den USA. Als ob die 'offiziellen Ergebnisse' nicht schon vor Beginn des Test feststehen. Am Ende steht natürlich das nächste Rettungspaket... Adieu stabile Währung.
atzigen 18.07.2010
4. Anlegerberuhigung
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Das ganze dient doch lediglich der Anlegerberuhigung. Das ganze dient vorrangig der Stressminderung bei den Verantwortlichen. Und was geschieht jetzt mit Banken die den Test nicht bestehen??? Natürlich nichts! Resp.Sie wird unauffällig mit Liquidität versorgt,sofern es nicht eine Hinterhofsparkasse ist und somit nicht Systemrelevant. Denn jede die den Test nicht besteht,währe sofort Pleite,oder ein Sanierungsfall. Wie schon in anderen Beiträgen dargelegt. Das System lebt von einer stetig wachsenden ÜBERLYQOIDITÄT. Wird diese reduziert bricht das System zusammen. Der eingeschlagene Spar-Lyqoiditätsenzug-Weg wird unfermeidlich zu schweren Verwerfungen an der Sozialfront führen. Fehler darf man fiele machen. Es gibt aber ein paar wenige fundamentale,die dürften niemals gemacht werden,denn die sind schwer,oder ab einem nicht genau definierbaren Punkt Irreparabel. Offen ist nur noch eine Frage,wie lange kann das System damit am Leben bleiben. Genisse die schönen Tage solange sie noch schön,sind den auf Sonnenschen volgen Gewitter und Regentage.
japan10 19.07.2010
5.
Zitat von sysopEuropas Banken müssen sich einem Stresstest unterziehen. Überprüft wird, wie stabil sie im Fall neuer Schocks oder Krisen sind. Wie beurteilen Sie das Verfahren? Kommt nun die ganze Wahrheit über die Finanzbranche ans Licht?
Bei neuen Krisen wären die Banken fertig. Doch dies wird nicht geschehen, die Staaten werden soviel Geld drucken, bis es wieder reicht. Die Wahrheit will doch keiner hören, dann würde man, wie bei Honecker sagen: der letzte macht das Licht aus. Das Leben hat sich geändert und es wird wahrscheinlich noch schärfer. Wenn Mathematikfreaks die Macht übernehmen, dann kann es nicht gut ausgehen. Es ist einfach nur Schade, dass die Politik so in die Knie gegangen ist.
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