Wochenstart an der Börse Griechenlandkrise lässt Dax abrutschen

Die drohende Staatspleite Griechenlands erschüttert die Börsen. Der deutsche Aktienindex fällt zum Handelsstart um mehr als vier Prozent, der Euro stabilisiert sich dagegen.
Wochenstart an der Börse: Griechenlandkrise lässt Dax abrutschen

Wochenstart an der Börse: Griechenlandkrise lässt Dax abrutschen

Foto: Boris Roessler/ dpa

Die Eskalation der Griechenlandkrise lastet schwer auf dem deutschen Aktienmarkt. Der deutsche Leitindex Dax   verlor zu Handelsbeginn rund 500 Punkte oder 4,33 Prozent und lag am Morgen bei etwa 11.000 Punkten. Bis 10 Uhr hatte sich der Index der 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands wieder leicht erholt und notierte bei rund 3,5 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag.

Der Dax gab damit die kompletten Handelsgewinne der vergangenen Woche wieder ab. Die Hoffnung auf eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern hatte den Dax bis Freitag um rund 3,5 Prozent nach oben getrieben.

Andere europäische Börsen gaben ähnlich stark nach: Der EuroStoxx 50, in dem die Aktien der wichtigsten europäischen Unternehmen notieren, lag gegen 10 Uhr 3,5 Prozent unter dem Freitagkurs. Die Börse in Athen ist wegen der ab Montag gültigen Kapitalverkehrskontrollen geschlossen.

Analysten warten auf das "Ende mit Schrecken"

Bei den Investoren hat sich Enttäuschung breitgemacht, nachdem sie sich in der vergangenen Woche trotz verhärteter Positionen Griechenlands und seiner Geldgeber noch zuversichtlich für eine Einigung gezeigt hatten. Am Wochenende waren die Verhandlungen über einen Kompromiss dann aber in letzter Minute gescheitert.

Auch die Börsen in Asien wurden von der europäischen Krise nach unten gedrückt: Der japanische Nikkei-Index verlor am Vormittag zeitweise mehr als 2,2 Prozent. Die Aktienkurse japanischer Unternehmen, die viel nach Europa exportieren, fielen besonders stark.

Der Euro   stabilisiert dagegen seinen Kurs gegenüber ausländischen Währungen. Der Eurokurs im Vergleich zum Dollar stieg um knapp ein Prozent auf 1,10 US-Dollar. Der Euro hatte aber in der vergangenen Woche schon deutlich an Wert verloren, gegenüber dem Dollar um mehr als drei Prozent.

Trotz der deutlich fallenden Aktienkurse rechnen Börsenexperten allerdings nicht mit einem Börsencrash. Die Fakten seien schon länger bekannt, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Griechenland bleibt pleite, und es geht nun darum, ob das Ende mit Schrecken kommt."

ade/Reuters/dpa
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