Geglückte Rekapitalisierung Größte griechische Bank entgeht Verstaatlichung

Die griechische National Bank hat genug Geld bei Investoren eingesammelt, um weiter als privates Institut arbeiten zu können. Der Branchenprimus ist bereits die zweite Bank des Landes, der die Rekapitalisierung gelingt. Ohne staatliche Hilfen kommen sie dennoch nicht aus.

Geldautomaten der National Bank of Greece: Weiter privat
REUTERS

Geldautomaten der National Bank of Greece: Weiter privat


Athen - Trotz horrender Verluste muss die größte Bank Griechenlands nicht verstaatlicht werden. Die National Bank of Greece (NBG) hat laut Berichten der griechischen Wirtschaftspresse 1,17 Milliarden Euro bei Investoren aufgetrieben. Damit kann sie weiter als Privatinstitut arbeiten. Im Jahr 2011 hatte die NBG vor allem wegen des Schuldenschnitts auf die Staatsanleihen des Landes einen Verlust von mehr als zwölf Milliarden Euro geschrieben, im vergangenen Jahr betrug das Minus noch 2,14 Milliarden Euro.

Wie alle anderen großen Banken Griechenlands brauchte daher auch die NBG dringend frisches Kapital. "Die vom Gesetz vorgesehene minimale Beteiligung des Privatbereichs wurde erreicht", teilte die Bank nun auf ihrer Homepage mit. Der Mindestbetrag, damit die Banken in Privathänden bleiben, liegt bei zehn Prozent der gesamten Rekapitalisierungssumme.

Zudem erhalten die Institute - in diesem Fall die NBG - Hilfsgelder vom staatlichen Bankenfonds, in den 50 Milliarden Euro aus den internationalen Hilfskrediten geflossen sind. Hätte die NBG den Mindestbetrag nicht erreicht, wäre sie gezwungen gewesen, sich komplett vom griechischen Stabilitätsfonds retten zu lassen. Das bedeutet praktisch eine Verstaatlichung.

Auch zwei andere große Banken bleiben privat

Die NGB ist das zweite systemrelevante Geldinstitut, dem die Rekapitalisierung gelingt. Anfang Juni hatte bereits die Alpha Bank das nötige Kapital aufgetrieben, um der Verstaatlichung zu entgehen. Und Insidern aus der Bankenbranche in Athen zufolge bestehen gute Chancen, dass mit der Piräus Bank eine weitere systemrelevante Bank den Schritt schaffen wird.

Bei der ebenfalls gewichtigen Eurobank sieht es schlechter aus: Sie konnte das nötige Geld für eine Rekapitalisierung nicht aufbringen und musste sich im April für eine Rettung an den Stabilitätsfonds wenden. Später soll sie wieder privatisiert werden.

fdi/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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Tummmel 14.06.2013
1. Toll
Hilfsgelder kassieren und dicke Boni auszahlen. Genau so wird es kommen.
juergw. 14.06.2013
2. Glück gehabt ?
Zitat von sysopREUTERSDie griechische National Bank hat genug Geld bei Investoren eingesammelt, um weiter als privates Institut arbeiten zu können. Der Branchenprimus ist bereits die zweite Bank des Landes, der die Rekapitalisierung gelingt. Ohne staatliche Hilfen kommen sie dennoch nicht aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/griechische-national-bank-muss-nicht-verstaatlicht-werden-a-905720.html
Da haben wohl die Griechischen Reeder (sind von der Steuer befreit)wohl mal zusammen gelegt.Ohne Bank geht es nun auch mal für die Millionäre nicht-besser man verständigt sich in der Landessprache.Fakelaki hilft auch immer wieder....Yamaz !
karlsiegfried 14.06.2013
3. Die meinen wohl ...
... OHNE EU-HILFEN. Für den Rest ihres Daseins.
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