Trotz Krim-Krise Russischer Ölkonzern Rosneft wird größter Aktionär von Pirelli

Bemerkenswertes Geschäft zu Zeiten der Krim-Krise: Der russische Ölförderer Rosneft beteiligt sich im großen Maßstab an Pirelli. Der italienische Reifenhersteller will offenbar seine Aktivitäten in Russland stärken.
Pirelli-Hostess beim Genfer Autosalon 2014: Neuer Großaktionär aus Russland

Pirelli-Hostess beim Genfer Autosalon 2014: Neuer Großaktionär aus Russland

Foto: Sandro Campardo/ dpa

Hamburg/Rom/Moskau - Der größte russische Ölkonzern Rosneft beteiligt sich an Pirelli. Trotz des Konflikts zwischen dem Westen und Russland um die Ukraine erwirbt Rosneft als Teil eines komplizierten Handels einen indirekten Anteil an dem italienischen Reifenhersteller.

Der Konzern will 50 Prozent einer neuen Holdinggesellschaft übernehmen, die ihrerseits mehr als 20 Prozent an Pirelli hält, teilte die Bank Intesa Sanpaolo mit. "Ziel der Vereinbarung ist es, die Aktivitäten und das Geschäft von Pirelli auszubauen und dabei auch das Handelsnetz in Russland dank der breiten Rosneft-Präsenz dort zu stärken", heißt es. Damit steigt der russische Ölförderer zum größten Aktionär des Konkurrenten von Continental und Michelin auf.

Angesichts des Einstiegs von Rosneft bei Pirelli sind die Aktien des Reifenherstellers am Montag auf Talfahrt gegangen. Die Pirelli-Titel fielen bei überdurchschnittlich hohen Umsätzen um bis zu 2,9 Prozent auf rund 11,70 Euro und waren damit Schlusslicht im Leitindex der Mailänder Börse. Rosneft-Papiere notierten an der Moskauer Börse unverändert.

bos/dpa/Reuters
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