Schweizer Großbank UBS überrascht mit hohem Gewinn im Sommerquartal

Die Coronakrise hat der Schweizer Großbank UBS kaum etwas anhaben können - im Gegenteil: Sie meldet den höchsten Gewinn in einem dritten Quartal seit fünf Jahren.
Foto: Arnd Wiegmann/ REUTERS

Die UBS hat im Zeitraum von Juni bis September einen hohen Gewinn erwirtschaftet. Die größte Schweizer Bank verdoppelte den Überschuss im dritten Quartal auf 2,1 Milliarden Dollar - deutlich mehr als Experten erwartet hatten. Damit verabschiedet sich der scheidende Konzernchef Sergio Ermotti mit sehr guten Geschäftszahlen.

Für den überraschend hohen Gewinn war unter anderem auch der Erlös aus dem Verkauf der Fondsvertriebsplattform Fondscenter an die Deutsche Börse verantwortlich. Aber auch im Tagesgeschäft lief es besser als erwartet, vor allem weil viele Kunden weiterhin sehr aktiv waren und der Bank damit Kommissionsgebühren bescherten.

Gut liefen die Geschäfte der UBS vor allem in der Vermögensverwaltung, im Geschäft mit Profi-Anlegern wie Pensionskassen und im Investmentbanking. Einzig im Geschäft mit Schweizer Privat- und Firmenkunden verdiente das Institut weniger als vor einem Jahr. Die Wertberichtigungen gingen im Vergleich zum Vorquartal auf 89 Millionen Dollar zurück. Mit 2,6 Milliarden Dollar schaffte die UBS den höchsten Vorsteuergewinn in einem dritten Quartal seit zehn Jahren.

Bereits US-Investmentbanken wie Morgan Stanley, JPMorgan und Goldman Sachs hatten im Sommer vom Boom an den Börsen profitiert. Auch die Deutsche Bank erwartet, dass das Investmentbanking gewachsen ist. Das Institut wird die Zahlen für das dritte Quartal am 28. Oktober bekannt geben.

UBS-Chef Ermotti hinterlässt die Bank wesentlich gefestigter als er sie 2011 vorfand. Das stellte das Institut auch während der Corona-Pandemie unter Beweis. Die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten hat ihr Geschäft kaum geschmälert. Ermotti reduzierte in seiner Zeit als Konzernchef das riskante Handelsgeschäft und setzte vor allem auf das weniger stark schwankende Geschäft mit Reichen und Superreichen. Nun wechselt er zum Rückversicherer Swiss Re. An die UBS-Spitze rückt der Niederländer Ralph Hamers.

fdi/Reuters

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