Krisenvorsorge Großbanken müssen höhere Kapitalpuffer bilden

Um das Finanzsystem besser vor Pleiten von Großbanken zu schützen, müssen diese Sicherheitspolster bilden. Der Finanzstabilitätsrat hat dafür nun neue Kriterien festgelegt: Die Puffer sollen auf mindestens 18 Prozent steigen.


Lange wurde um die Höhe der Quoten gerungen, nun steht fest: Die weltweit größten Banken müssen in den kommenden Jahren weitere Sicherheitspolster aufbauen. Künftig werden ihnen zusätzliche Puffer abverlangt, die im Fall einer Schieflage Verluste auffangen sollen. Die verbindlichen Standards dafür hat der Finanzstabilitätsrat (FSB) als Gremium der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) veröffentlicht.

Demnach müssen bei den bedeutendsten Banken der Welt in zwei Schritten bis 2022 mindestens 18 Prozent der Bilanzrisiken zur Verlustabdeckung zur Verfügung stehen. Sie müssen damit jederzeit in Eigenkapital umwandelbar sein.

Mit den neuen Vorgaben wollen die G20 das globale Finanzsystem weiter stabilisieren. Ziel ist es, dass Großbanken bei Schieflagen nicht mehr mit Steuergeld gerettet werden müssen. Die Regeln sollen für jene Banken gelten, deren Scheitern das weltweite Finanzsystem aus den Angeln heben könnte.

Zu dieser Gruppe gehören derzeit 30 Institute, darunter auch die Deutsche Bank. Bislang galten diese Institute als so groß und so vernetzt, dass sie wegen der Folgerisiken nicht pleitegehen dürften und Staaten hätten einspringen müssten.

Um dieses Risiko vom Steuerzahler zu nehmen, wurden bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet, unter anderem die Vorgabe, dass vorrangig Eigentümer und Gläubiger der Banken bei einer Rettung zur Kasse gebeten werden. Mit dem Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) genannten neuen Puffer zieht die Politik nun die letzte geplante neue Schutzschicht ein.

Für Großbanken in den Schwellenländern sollen die neuen Regeln später eingeführt werden. Sie sollen die Mindestquote von 16 Prozent spätestens ab 2025 zur Verfügung haben - 18 Prozent dann spätestens ab 2028. Die Umsetzung der internationalen Vereinbarungen in konkrete Regeln ist dann Sache der nationalen Gesetzgeber.

brk/dpa/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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J.Sels 09.11.2015
1. Das eing wahre - Bares
Die ganzen Novellierungen waren bisher weitgehend vom erfolgreichen Lobbyismus geprägt - mal war's die Politik selbst, die strengere Regeln zu verhindern suchte (bspw. Eigenkapitalanforderung für marode Staatsanleihen nach wie vor lächerlich, weil oft NULL), mal war's die Banlenlobby, die sich ebenfalls sehr lange und erfolgreich gegen die Einführung höherer Eigenkapitalquoten gewehrt hat. Alle Regulierungs- und Überwachungswut bringt uns nicht wirklich weiter. Die Mittel für ausufernde nationale und supranationele Bankenüberwachungsmaschinerie sollten lieber benutzt werden, um das Eigenkapital der Banken zu stärken. Nur Bares ist wahres !
unbekanntgeblieben 09.11.2015
2. Ist das jetzt eine gute Nachricht? Na dann ...
Spekulieren und Zocken aber nicht mehr ganz so schlimm? ... zur 100 ist noch viel Platz, das 'letzte' deutet aber anderes an ... Welcher Irre hält es eigentlich für logisch, mit Geld zu rechnen, dass nicht existiert? Menschen mit nachweislich nicht vorhandenen Unrechtsbewusstsein die Geld drucken ... Wer das nicht verstehen kann, ist nicht dumm, es ist einfach nicht zu verstehen ... und wenn man die Lüge noch 1000mal wiederholt. Nicht der Kapitalismus ist das Problem, sondern unser wahnsinniges Währungssystem, dass sich von den abbildenden Werten völlig entkoppelt hat...
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