Geldwäscheskandal Auch britische Behörden ermitteln wegen Danske Bank

In einer estnischen Filiale der Danske Bank soll Geld im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro gewaschen worden sein. Nun weiten sich die Ermittlungen auf Großbritannien aus.
Danske Bank in Tallin

Danske Bank in Tallin

Foto: Ints Kalnins/ REUTERS

Im Geldwäscheskandal bei der dänischen Danske Bank ermitteln nun auch die britischen Behörden. Dabei geht es um die Frage, inwieweit britische Unternehmen für die Geldwäsche über die estnische Niederlassung der Bank eingesetzt wurden. Eine Sprecherin der britischen Strafermittlungsbehörde sagte, die Ermittler arbeiteten mit Partnern daran, die Möglichkeiten für Kriminelle zu begrenzen, in Großbritannien registrierte Firmen für die Geldwäsche zu missbrauchen.

Eine interne Untersuchung bei der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf. 2013 hatte die Niederlassung nach Angaben der Bank in Großbritannien mehr als 1000 registrierte Kunden, gefolgt von Firmen aus Russland, den Virgin Islands und Finnland.

Sowohl in Dänemark als auch in Estland ermitteln bereits Staatsanwälte gegen die Danske Bank. In dem Skandal trat zuletzt Bankchef Thomas Borgen zurück. Borgen war zwischen 2009 und 2012 für die internationalen Geschäfte des Instituts zuständig, auch für Estland.

Die Bank sei ihrer Verantwortung in dem Fall nicht nachgekommen, teilte Borgen mit. "Das bedauere ich zutiefst." Er werde jedoch noch bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei, teilte die Bank mit. Der Aufsichtsrat äußerte sein Bedauern über Borgens Rücktritt.

bam/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.