Brexit-Folgen Briten lassen erstmals islamkonformes Start-up im Finanzmarkt zu

London will Europas erste Adresse für Finanztransaktionen der islamischen Gemeinde werden. Der nächste Schritt dafür ist gemacht: Großbritannien erlaubt einem Start-up der Finanzindustrie, nach Scharia-Regeln zu arbeiten.
Bankenviertel in London

Bankenviertel in London

Foto: Matt Dunham/ AP

Erstmals hat Großbritannien einer Finanztechnologiefirma, die nach dem Recht des Islam arbeitet, die volle Zulassung erteilt. Das in London ansässige Start-up-Unternehmen Yielders bietet Kleinanlegern Zugang zum Immobilienmarkt. Dabei hält es sich nach einer Bestätigung durch einen Religionsvertreter an die islamischen Scharia-Regeln, die unter anderem Zinsgeschäfte ausschließen.

London will seit geraumer Zeit zum westlichen Zentrum für islamische Finanztransaktionen werden. 2014 hatte der Finanzplatz bereits einen islamischen Bond erfolgreich platziert.

Das Ziel des Finanzplatzes London kommt seit dem Brexit-Votum noch eine größere Bedeutung zu. Schließlich veranlasst der bevorstehende Ausstieg aus der Europäischen Union einige europäische Banken dazu, Geschäfte von London auf den Kontinent zu verlagern. Und einige wollen auch Tausende Mitarbeiter aus London abziehen.

Als sogenanntes Fintech gehört Yielders zu jener Gruppe junger Unternehmen, die mit ihren technikzentrierten Geschäftsmodellen in der traditionellen Bankenwelt derzeit für Aufsehen sorgen und bisherige Strukturen aufbrechen.

man/Reuters
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