Milliardärsranking Russen dominieren britische Reichenliste

Das Faible reicher Oligarchen für einen Wohnsitz an der Themse brachte der britischen Hauptstadt den Spitznamen Londongrad ein. Tatsächlich befinden sich unter den reichsten Bewohnern der Insel mehr Russen als Briten.

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Listen der reichsten Einwohner sind immer auch ein bisschen ein Spiegel der Wirtschaft eines Landes: In Deutschland stehen die alten Familiendynastien ganz oben an der Spitze, die Aldi-Albrechts oder der BMW-Klan Quandt/Klatten. In den USA sind es die Techpioniere, Amazon-Chef Jeff Bezos und Microsoft-Gründer Bill Gates.

Die alljährliche von der Londoner "Sunday Times" veröffentlichte Rangfolge ist da etwas anders. Aufgeführt werden nicht die reichsten Staatsbürger Großbritanniens - sondern die Einwohner mit dem größten Vermögen, egal welcher Nationalität. Das macht im Falle des Vereinigten Königreichs einen erheblichen Unterschied. Denn zum Geschäftsmodell der Inselwirtschaft gehörte über Jahrzehnte, finanzkräftige Unternehmer aus der ganzen Welt anzulocken.

Das schlägt sich auch im Ranking der "Sunday Times" nieder: Unter den Top Ten finden sich nämlich sieben ausländische Milliardäre beziehungsweise Milliardärs-Sippen. Besonders stark vertreten ist Russland. Gleich drei russische Oligarchen gehören zu den zehn reichsten Bewohnern des Vereinigten Königreichs. Hinzu kommt mit Leonid "Len" Blavatnik auf Rang vier ein Mann mit US-amerikanischem Pass - der gleichwohl die ersten 21 Jahre seines Lebens in der Schwarzmeer-Stadt Odessa verbracht hat.

Das Faible reicher Männer aus dem Osten für einen Wohnsitz in London hat der Stadt an der Themse schon vor Jahren den Spitznamen "Londongrad" eingebracht (zusammen allerdings mit einem eher zweifelhaften Ruf als "Geldwaschmaschine der Welt").

Allerdings ist es möglich, dass sich an der Zusammenstellung der Reichenliste in Zukunft einiges ändern könnte. Denn im vergangenen Jahr hatten die wachsenden Spannungen mit Moskau erstmals auch Folgen für Bewohner von "Londongrad": Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, der im Westen wohl bekannteste Oligarch, bekommt deshalb schon länger kein Visum mehr. Seinem Milliardärskollegen Alischer Usmanow könnte Ähnliches blühen.

Hier geht's zur Übersicht der britischen Top 10:

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Britische Reichenliste: Drei Briten und drei(einhalb) Russen

beb



insgesamt 4 Beiträge
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taddeusz 12.05.2019
1. Namen
Staatsbürger der russischen Föderation und nebenbei noch anderer Staaten. Vom Namen her sind das keine Russen.
axro 13.05.2019
2. Allesamt Russen
Zitat von taddeuszStaatsbürger der russischen Föderation und nebenbei noch anderer Staaten. Vom Namen her sind das keine Russen.
In der deutschen Sprache wird nicht zwischen "russkij" ("Russisch") auf der einen und "rossijskij" ("Russländisch") auf der anderen Seite unterschieden. Daher kann die Bezeichnung "Russe" beides bedeuten. Ihnen geht es aber natürlich darum, einem Russen usbekischer Herkunft (Usmanow) und, vor allem, einem Russen jüdischer Herkunft (Abramowitsch) das Russischsein abzusprechen. Es sind zwar beide Gauner (und nahe Freunde Putins), aber nichtsdestotrotz auch Russen, egal ob das Ihnen nun passt oder nicht.
vipclip 13.05.2019
3. Aus Furcht vor dem eigenen Staat
Die reichen Russen wissen ebend wenn es sich weiter verschlimmert in ihrer Heimat dann haben sie wenigstens in London ein sicheres Plätzchen und ihre Schäfchen im trockenen.
robertsat 13.05.2019
4. Oder aber wegen der geringen Steuer - taxation on remittance base
UK hat ein einmaliges Steuersytsem, nachdem man als Ausländer keine Steuern zahlen muss, solange man nach dem Zuzug kein neues Geld in das UK einführt und nur das Geld verbraucht, das man schon vor dem Zuzug verdient hätte. Solange die Oligarchen also nur das mitgebrachte Geld in der UK ausgeben, leben Sie steuerfrei. Das führt natürlich dazu, das sich gerade die, die schon sehr reich sind, gerne in Uk ansiedeln.
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