US-Immobilienkrise Großinvestoren reichen Milliardenklage gegen Deutsche Bank ein

In der Finanzkrise haben Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco oder Blackrock Milliarden verloren, jetzt fordern sie von den Banken Schadensersatz. In New York verlangen mehrere Anleger Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar, unter anderem von der Deutschen Bank.

US-Häuser im Schlussverkauf (Archiv): Schadensersatz für 250 Milliarden Dollar
AP

US-Häuser im Schlussverkauf (Archiv): Schadensersatz für 250 Milliarden Dollar


New York - Es ist ein Kampf von Großinvestoren gegen Großbanken: Investoren haben in der US-Immobilienkrise hohe Milliardensummen verloren und wollen das Geld jetzt von den Banken wiederhaben. Die Investoren werfen den Geldinstituten vor, gewusst zu haben, dass die Hypothekenpapiere auf ungesicherten Krediten basierten. Mehrere Investoren, darunter Blackrock, die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank klagen deshalb in den USA gegen sechs Banken wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren.

Die Banken hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere.

In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken bei der Suche nach hohen Renditen aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer wegen sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Der Zusammenbruch traf auch große Investoren, weil sie den Banken deren MBS-Pakete abgekauft hatten - ohne dass sie gewusst hätten, dass darin viele ausfallgefährdete Kredite schlummerten.

Die Klage gegen die Treuhänder ist für Großinvestoren die letzte Hoffnung auf Entschädigung. Ende 2013 hatte ein Gericht festgelegt, dass die Ansprüche gegen die MBS-Emittenten sechs Jahre nach Begebung der Papiere verjähren. Damit können sie in der Regel nicht mehr verklagt werden. Bei den Treuhändern könnte das anders sein. Sie hätten ihre Pflicht gegenüber den Anlegern verletzt, heißt es in einer der Klageschriften. Sie hätten gewusst, dass die Kreditvergabe-Vorschriften branchenweit immer laxer gehandhabt worden seien und systematisch unzureichende Sicherheiten vorlagen.

Neben der Deutschen Bank Chart zeigen wurden die britische HSBC Chart zeigen sowie die US-Banken Citigroup Chart zeigen, Wells Fargo Chart zeigen, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Die Geldinstitute lehnten einen Kommentar ab.

nck/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
kuschl 19.06.2014
1. Schon lustig
Finanzhaie verklagen Finanzhaie. Solange sie gemeinsam Kleinanleger besche....n ist alles gut, wehe aber, wenn sie selbst durch ihre Gier mal Geld verlieren, dann werden alle Register gezogen. Blackrock ist ja bekannt für sein rücksichtloses Finanzgebahren, freut mich, daß es die auch mal erwischt hat. Tja, auch die Händler und Wechsler an der Wallstreet tappen mal voll daneben, dann ist aber nicht die eigene Gier schuld, daß sie sich verzockt haben, sondern die Anwälte schieben es anderen in die Schuhe.
Celestine 19.06.2014
2.
Zitat von kuschlFinanzhaie verklagen Finanzhaie. Solange sie gemeinsam Kleinanleger besche....n ist alles gut, wehe aber, wenn sie selbst durch ihre Gier mal Geld verlieren, dann werden alle Register gezogen. Blackrock ist ja bekannt für sein rücksichtloses Finanzgebahren, freut mich, daß es die auch mal erwischt hat. Tja, auch die Händler und Wechsler an der Wallstreet tappen mal voll daneben, dann ist aber nicht die eigene Gier schuld, daß sie sich verzockt haben, sondern die Anwälte schieben es anderen in die Schuhe.
Noch lustiger wird's, wenn man bedenkt, dass Blackrock der größte Einzelaktionär der Deutschen Bank sein soll. Ob die nun quasi ihre eigene Bank verklagen ....??
genugistgenug 19.06.2014
3. KLASSE Nachricht
Zitat von CelestineNoch lustiger wird's, wenn man bedenkt, dass Blackrock der größte Einzelaktionär der Deutschen Bank sein soll. Ob die nun quasi ihre eigene Bank verklagen ....??
das Spiel geht zu Ende, das Fischfutter ist bereits alle, nun fressen die sich gegenseitig - Guten Appetit 1. es geht um 250 Milliarden 2. in einer Doku kam vor kurzem dass The Rock um die 4-5 % hat, soll inzwischen aber aufgestockt sein auf 7-8% 3. in der Doku wurde auch erwähnt dass die 80(0) Billionen verwalten und das von einer einzigen Person während der Bundestag mit läppischen Milliarden hantiert 4. Rock ist weltweit beteiligt und dabei geht es zuerst um Informationszugang aus dem man dann eigenes Geld machen kann
Butenkieler 19.06.2014
4. Amerikaner denken das Deutsche Bank
die Staatsbank der Bundesregierung ist. Dann wollen sie an unsere Steuergelder. Vielleicht gibt ihnen ja der amerikanische Bundesgerichtshof Recht unsere Staatskassen zu plündern.
Achmuth_I 19.06.2014
5. Quark...
... ---Zitat--- Als mehr und mehr Immobilienbesitzer wegen sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen... ---Zitatende--- Wie so soll jemand aufgrund von Immobilienpreisen seine Raten nicht mehr zahlen können? Das Problem waren steigende Zinsen. Diese erhöhten die Raten und deshalb konnten diese nicht mehr bezahlt werden. Infolge dessen, dass dies eine Großzahl an Immobilienbesitzern betraf, sanken dann die Immobilienpreise.
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