Bombensprengung verzögert Polizei holt Umweltschützerinnen von Bäumen auf Tesla-Gelände

Auf dem Gelände der künftigen Tesla-Fabrik sollten mehrere Weltkriegsbomben gesprengt werden. Doch zwei Aktivistinnen verzögerten den Zeitplan.
Rodungsarbeiten auf dem Gelände in Grünheide, auf dem Teslas Fabrik entstehen soll

Rodungsarbeiten auf dem Gelände in Grünheide, auf dem Teslas Fabrik entstehen soll

Foto: Bernd Settnik/ dpa

Die zwischenzeitliche Baumbesetzung auf dem Gelände in Grünheide, auf dem Tesla seine E-Auto-Fabrik bauen will, ist vorbei: Nach mehreren Stunden hat die Polizei den Protest von zwei Frauen gegen die Rodung des Waldstücks beendet. Einsatzkräfte hätten die Frauen im Alter von 19 und 22 Jahren von den Bäumen geholt, sagte ein Polizeisprecher. Sie hätten sich in sechs bis acht Meter Höhe in Grünheide zwischen zwei Bäumen befunden und mehrere Seile gespannt. Die Polizei habe für die Räumung mehr Zeit benötigt als ursprünglich kalkuliert.

Die Sprengung von drei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die auf dem Gelände entdeckt worden waren, wurde wegen der Baumbesetzung um fast drei Stunden verschoben. Die Bomben seien inzwischen in zwei Durchgängen gesprengt worden, sagte der Polizeisprecher.

Die Frauen gehörten der Umweltgruppe "Baumpiratinnen" an. Es sollen laut Polizei dieselben sein, die schon am Montag auf Bäume geklettert waren. Die Polizei habe Anzeige wegen Hausfriedensbruchs aufgenommen. Die Frauen protestierten nach Angaben eines Sprechers unter anderem gegen die Rodung von Bäumen. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg grünes Licht für eine Fortsetzung der Fällarbeiten gegeben. "Die Rodung geht ordnungsgemäß voran", teilte der E-Autobauer mit. Das Gericht hatte am Donnerstagabend Eilanträge zweier Umweltverbände abgewiesen.

Der Industrieverband BDI und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüßten das Urteil. Tesla will in Grünheide bei Berlin ein Werk für den Bau von bis zu 500.000 Elektroautos pro Jahr hochziehen. Dadurch sollen bis zu 12.000 Arbeitsplätze entstehen. Die ersten Fahrzeuge sollen 2021 vom Band rollen. Dafür will der US-Konzern mehrere Milliarden Euro investieren. Durch den Gerichtsentscheid geben es jetzt "ein bisschen Rechtssicherheit", sagte der Bürgermeister von Grünheide, Arne Christiani.

beb/dpa
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