Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr will 400 Stellen abbauen

Das Medienhaus Gruner + Jahr will Stellen im großen Stil abbauen. 400 Jobs sollen in den kommenden drei Jahren einem Sparprogramm zum Opfer fallen - auch betriebsbedingte Kündigungen schließt der Vorstand nicht aus.
G+J-Chefin Julia Jäkel: Reaktion auf rückläufige Marktentwicklung im Printgeschäft

G+J-Chefin Julia Jäkel: Reaktion auf rückläufige Marktentwicklung im Printgeschäft

Foto: Christian Charisius/ dpa

Hamburg - Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr streicht in den kommenden drei Jahren rund 400 Arbeitsplätze. Das Unternehmen will damit und durch die Einsparung von Sachkosten 75 Millionen Euro sparen, teilte der Verlag am Mittwoch mit.

Als Grund für die drastischen Maßnahmen gibt das Medienhaus - das Zeitschriften wie den "Stern", die "Gala" oder "Geo" zu seinem Portfolio zählt - die rückläufige Marktentwicklung im Printgeschäft an. Man könne sich "der Marktentwicklung nicht entziehen", heißt es in einem internen "FAQ 'Transformation'". Bereits im Herbst würden erste Maßnahmen ergriffen, kein Bereich des Deutschlandgeschäfts sei ausgenommen. Selbst betriebsbedingte Kündigungen schließt Gruner + Jahr nicht aus. Im Inland sind rund 2400 Mitarbeiter beschäftigt.

Zudem drängt das Unternehmen unter Vorstandschefin Julia Jäkel darauf, möglichst schnell das digitale Geschäft zu erweitern und neue Magazin-Ideen umzusetzen. So kaufte Gruner + Jahr mit AdVideum einen der größten Videovermarkter in Frankreich, beteiligte sich an kleineren Firmen und entwickelte auch redaktionelle Plattformen im Netz auf der Grundlage von bestehenden Printprodukten.

Auch bei bestehenden Printmagazinen, die bei Gruner + Jahr nach wie vor einen Großteil des Umsatzes und Gewinns erwirtschaften, wird umgebaut: Erst vor zwei Wochen wurde Dominik Wichmann als Chefredakteur des "Stern" entlassen und gegen den bisherigen "Gala"-Chefredakteur Christian Krug ersetzt. Gruner + Jahr ist als Minderheitsgesellschafter auch am SPIEGEL beteiligt.

mum