Kritik an Cheflobbyist Automanager fühlen sich schlecht vertreten

In einigen Autokonzernen wächst nach SPIEGEL-Informationen die Kritik am Chef des Branchenverbands VDA, Bernhard Mattes. Als möglicher Nachfolger wird EU-Kommissar Günther Oettinger genannt.
VDA-Präsident Mattes: "Defizite in der politischen Unterstützung"

VDA-Präsident Mattes: "Defizite in der politischen Unterstützung"

Foto: Boris Roessler/ DPA

Kurz vor Beginn der Automesse IAA in Frankfurt wird in der Branche Unmut über Verbandspräsident Bernhard Mattes laut. Es gebe "Defizite in der politischen Unterstützung" für die Industrie, berichtet ein hochrangiger Automanager. Der einst so mächtige Automobilverband VDA verkaufe sich unter Wert. Kritiker halten Mattes vor, er sei nicht eng genug mit den Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel vernetzt. Gerade jetzt, wo die Politik die Klimaziele verschärfe, brauche die Autoindustrie eine stärkere Stimme. Mattes weist jegliche Kritik zurück.

Führungsdebatte beim VDA: Wird Günther Oettinger neuer Cheflobbyist der Autoindustrie? Die Amtszeit des Verbandschefs läuft bis Ende 2020. Schon jetzt kursiert jedoch der Name eines möglichen Nachfolgers: Günther Oettinger. Der CDU-Mann gibt im November seinen Posten als EU-Kommissar auf. Schon vor zwei Jahren war Oettinger als Kandidat für das VDA-Spitzenamt gehandelt worden. Als er damals gefragt wurde, lehnte er jedoch ab: Er wollte lieber EU-Kommissar bleiben. Kürzlich hat Oettinger eine Beratungsfirma in Hamburg gegründet. Noch ist er nicht angesprochen worden, hat in der Autoindustrie jedoch mächtige Unterstützer.

Günther Oettinger: Mächtige Unterstützer in der Autoindustrie

Günther Oettinger: Mächtige Unterstützer in der Autoindustrie

Foto: Kay Nietfeld/ dpa