Erst Wiedereröffnung, dann endgültige Schließung H&M verkauft noch schnell Restbestände in russischen Filialen

Nach dem Angriff auf die Ukraine hatte H&M seine russischen Filialen bereits geschlossen. Nun will die Modekette dem Land endgültig den Rücken kehren. Vorher sollen die Geschäfte aber noch mal öffnen.
Geschlossene H&M-Filiale in Sankt Petersburg: Offenbar bald offen für Ausverkauf

Geschlossene H&M-Filiale in Sankt Petersburg: Offenbar bald offen für Ausverkauf

Foto: Stringer / dpa

Die Filialen waren bereits geschlossen, nun zieht sich der schwedische Modekonzern H&M komplett aus Russland zurück – allerdings nicht, ohne zuvor Geschäfte für den Verkauf von Restbeständen zu öffnen. Angesichts der aktuellen operativen Herausforderungen und einer unvorhersehbaren Zukunft habe die H&M-Gruppe entschieden, die Abwicklung ihrer Geschäfte in dem Land einzuleiten, teilte der Konzern mit .

»Nach sorgfältiger Überlegung betrachten wir es angesichts der aktuellen Situation als unmöglich, unser Geschäft in Russland fortzusetzen«, sagte H&M-Chefin Helena Helmersson. Im Zuge des Abwicklungsprozesses sollten Filialen in Russland nun vorübergehend und zeitlich begrenzt wiedereröffnet werden, um Restbestände zu verkaufen. Ob es sich dabei um sämtliche Filialen in Russland handelt oder nur einen Teil davon, teilte das Unternehmen nicht mit.

Der Konzern rechnet damit, dass die gesamte Abwicklung schätzungsweise zwei Milliarden schwedische Kronen kosten wird – umgerechnet knapp 190 Millionen Euro. Zu spüren sein wird der Rückzug demnach in Form von Einmalkosten im dritten Quartal 2022.

Verkauf seit Anfang März eingestellt

Die H&M-Gruppe ist nach eigenen Angaben seit 2009 in Russland aktiv. Zu ihr zählen außer der Modekette Hennes & Mauritz auch weitere Marken wie COS, Weekday und Arket. Bereits Anfang März und somit wenige Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hatte die Gruppe bekannt gegeben, seinen Verkaufsbetrieb in Russland bis auf Weiteres einzustellen.

sol/dpa
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