Verbindung zwischen Texas und New York Hacker greifen US-Ölpipeline an

Der Betrieb einer der größten Pipelines in den USA ist nach einem Hackerangriff eingestellt worden. Welche Auswirkungen das auf die Versorgung mit Öl, Benzin und Kerosin hat, ist noch unklar.
Öltanks der Betreiberfirma Colonial Pipeline (Archivfoto)

Öltanks der Betreiberfirma Colonial Pipeline (Archivfoto)

Foto: Mark Lennihan / AP

Eine der größten Ölpipelines in den USA ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Der Betrieb der Pipeline sei vorübergehend eingestellt worden, teilte die Betreiberfirma Colonial Pipeline mit. Die Attacke betreffe einen Teil des IT-Systems. Um die Bedrohung einzudämmen, sei das gesamte System in den Offline-Modus geschaltet worden. Eine externe Sicherheitsfirma untersuche den Vorfall, zudem seien Strafverfolgungsbehörden informiert worden.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters überprüfen Ermittler derzeit, ob eine Gruppe namens »Dark Side« für den Angriff verantwortlich ist. Sie ist bekannt dafür, sogenannte Ransomware einzusetzen, um ihre Opfer zu erpressen. Bei dem Angriff auf die Pipeline sei solche Software verwendet worden, berichtet Reuters.

Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl

Wie lange die Pipeline außer Betrieb sein wird, teilte das Unternehmen nicht mit. Man arbeite daran, zum Normalbetrieb zurückzukehren und Auswirkungen auf die Kundinnen und Kunden zu minimieren. Der Ölanalyst Andy Lipow sagte, die Auswirkungen des Angriffs auf die Kraftstoffversorgung und die Preise hänge davon ab, wie lange die Pipeline außer Betrieb sei.

Ein Ausfall von ein oder zwei Tagen wäre minimal, fünf oder sechs Tagen könnten dagegen zu Preiserhöhungen und Engpässen führen, etwa an großen Flughäfen wie denen in Atlanta und Charlotte. Die »New York Times«  schrieb, wegen des gesunkenen Energiebedarfs in der Coronapandemie sei unwahrscheinlich, dass der eingestellte Betrieb unmittelbare Konsequenzen haben werde.

Die Colonial-Pipeline erstreckt sich über Tausende Kilometer von Texas nach New York, zum Großteil unterirdisch. Transportiert werden unter anderem Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl – pro Tag um die 2,5 Millionen Barrel. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Verbraucher, zu den Abnehmern gehört demnach auch das US-Militär.

Die USA waren in den vergangenen Monaten von zwei massiven Cyberangriffen erschüttert worden. Eine im Dezember aufgedeckte Attacke, bei der die Software des US-Unternehmens SolarWinds eingesetzt wurde, betraf Tausende Regierungsrechner und private Netzwerke. Im März wurde ein weiterer Angriff auf Microsofts E-Mail-Dienst Exchange öffentlich, Berichten zufolge waren mindestens 30.000 US-Organisationen betroffen.

sos/dpa/AFP/AP/Reuters
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