Gestiegene Rohstoffkosten Toilettenpapierhersteller Hakle ist insolvent

Im Pandemiejahr 2020 hatte Hakle noch einen Jahresüberschuss von rund 650.000 Euro ausgewiesen. Nun schlittert der Toilettenpapierhersteller in die Insolvenz.
Leere Toilettenpapierrolle: Hersteller Hakle muss saniert werden

Leere Toilettenpapierrolle: Hersteller Hakle muss saniert werden

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Der Düsseldorfer Hygienepapierhersteller Hakle GmbH ist zum Sanierungsfall geworden, Grund sind offenbar die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten. Das Unternehmen habe ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts. Die »massiv gestiegenen Kosten für Material- und Energiebeschaffung sowie der Transporte« hätten bislang nicht in hinreichendem Umfang an die Kunden im Lebensmitteleinzelhandel und den Drogeriesektor weitergegeben werden können, klagte das Unternehmen. Zuvor hatte die »Lebensmittel Zeitung« darüber berichtet. 

Im Insolvenzverfahren soll der Geschäftsbetrieb des mittelständischen Unternehmens in vollem Umfang fortgeführt werden. »Die Eigenverwaltung bietet uns die notwendige Flexibilität und Geschwindigkeit, um unseren Betrieb nachhaltig zu sanieren«, sagte der Geschäftsführer Volker Jung. »Wir sind zuversichtlich, dass diese Neuaufstellung in dieser herausfordernden Lage einer als historisch zu bezeichnenden Energiekrise gelingt.« Es gehe um den Erhalt des Standortes und seiner Arbeitsplätze.

Löhne und Gehälter bis November gesichert

Es seien bereits erste Schritte zur Stabilisierung des Unternehmens eingeleitet worden, sagte Jung. Löhne und Gehälter seien durch das Insolvenzausfallgeld der Bundesagentur für Arbeit für die Monate September bis einschließlich November 2022 gesichert. Wichtige Kunden und Partner des Unternehmens hätten bereits ihre Unterstützung signalisiert. Bei dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung des Hygienepapierherstellers um Volker Jung weiter für das operative Geschäft zuständig. Dem Geschäftsführer wurde vom Amtsgericht der Restrukturierungsspezialist Jan-Philipp Hoos als vorläufiger Sachwalter zur Seite gestellt.

Im Geschäftsjahr 2020 hatte die Hakle GmbH nach dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss bei einem Umsatz von knapp 80 Millionen Euro noch einen Jahresüberschuss von rund 650.000 Euro ausgewiesen.

rai/dpa
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