Halal-Food Imbisse in Frankreich setzen auf muslimische Kunden

Die Fast-Food-Kette Quick hat in Frankreich ein Riesengeschäft für sich entdeckt: Das Unternehmen weitet sein Angebot für muslimische Kunden aus - und bietet künftig in 22 Filialen nur noch Halal-Essen an.

Quick-Restaurant im französischen Roubaix: Erfolgreicher Probelauf im Winter
REUTERS

Quick-Restaurant im französischen Roubaix: Erfolgreicher Probelauf im Winter


Paris - Zwei Weißbrothälften, dazwischen eine Fleischfrikadelle und etwas Gemüse: Der Hamburger der Schnellimbisskette Quick sieht aus wie jeder andere auch - dennoch ist er anders. Sein Fleisch ist halal, nach Regeln des Islam zubereitet, und damit der Renner bei zahlreichen Muslimen.

Die ersten Versuche, Halal-Food anzubieten, seien so gut verlaufen, dass Quick jetzt sein Angebot ausweite, kündigte Unternehmenschef Jacques-Edouart Charret am Dienstag in Paris an. Künftig soll es das islamkonforme Essen in 22 Filialen geben. Allein im Großraum Paris werden demnach ab diesem Mittwoch zehn Filialen auf eine Produktion umgestellt, die dem religiösen Reinheitsgebot entspricht.

Als Zugeständnis an nichtmuslimische Kunden werde Quick in den Halal-Filialen auch einen traditionellen Hamburger anbieten, der aber nicht dort zubereitet, sondern nur noch aufgewärmt werde, sagte Charret weiter.

Die Fast-Food-Kette Quick stammt aus Belgien. Dass sie ihr islamkonformes Essen in Frankreich anbietet ist kein Wunder: Dort leben mehr als fünf Millionen Muslime, die größte islamische Gemeinde in ganz Europa.

yes/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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larsmach 31.08.2010
1. Darf man das?
In ein paar Stunden breche ich auf, verlasse Accra und reise in die Arabischen Emirate. Dort erwarten mich Taxis für Frauen, und in den letzten U-Bahnwagen sollte ich tunlichst vermeiden einzusteigen. Man wird mich rasch dort entfernen wie schon vor einigen Wochen - ja: Ich hatte das Schild übersehen ("Nur für Frauen"). Ich bin Unternehmer und frage mich, ob aufgeklärte Europäer es goutieren würden, wenn ich in Berlin oder Paris farblich markierte Taxen fahren lassen wollte, die nur weiblichen Fahrgästen vorbehalten sind. Ebendies könnte ich mir für private Bahnbetreiber (S-Bahn) gut vorstellen: Vermutlich würde ein solches Angebot durchaus angenommen von der großen Zahl von "Deutschen mit muslimisch geprägtem Migrationshintergrund" (oder "muslimischen Einwanderern", wie ein ignoranter Einfaltspinsel wie ich sagen würde). Soll ich den Versuch unternehmen? Wohlmöglich ließe sich ein gutes Geschäft damit machen: Besorgte muslimische Ehemänner, Brüder, Schwäger etc. könnten die von ihnen zu kontrollierenden Frauen ohne Angst vor sexuell motivierten Übergriffen westlich geprägter "Ungläubiger" quer durch Berlin zu Verwandten reisen lassen. Meine Taxi-Fahrerinnen würden sicherstellen, nicht mehr als 40 km zu fahren ("Tagesstrecke einer Kamel-Karawane" = Distanz, die eine Muslima ohne ihre männlichen Bewacher reisen darf). Darf man das? Oder würde die Stadtverwaltung nicht mitziehen? Würde man sich auf Gesetze und Vorschriften beziehen? Vielleicht sollte ich noch warten mit der Umsetzung dieser anachronistischen Idee bis Europäer sich mehr und mehr an religiös motivierte Vorschriften und Sitten gewöhnt haben - zwei Jahre oder drei. Oder vielleicht gibt es diese Dienstleistungen längst, und wir "Ungläubige" bekommen nur nichts davon mit, was sich in der Parallelwelt unserer Nachbarschaft so alles abspielt. Europa, quo vadis?
Peter Sonntag 31.08.2010
2. Jedem das Seine....
Zitat von sysopDie Fast-Food-Kette Quick hat in Frankreich ein Riesengeschäft für sich entdeckt: Das Unternehmen weitet sein Angebot für islamische Kunden aus - und bietet künftig in 22 Filialen nur noch "Halal"-Essen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,714797,00.html
Warum nicht ? So lange wir noch unsere unreinen Speisen essen dürfen ?
Monsieur Rainer 31.08.2010
3. Ist mir völlig egal !
Jeder soll nach seiner Façon seelig werden. Dies ist keine Belästigung für niemanden! Wer Halal nicht essen will, braucht ja nicht hinzugehen. Es gibt bessere Restaurants in Frankreich.
ragnar_72 01.09.2010
4. Na klar
Zitat von Monsieur RainerJeder soll nach seiner Façon seelig werden. Dies ist keine Belästigung für niemanden! Wer Halal nicht essen will, braucht ja nicht hinzugehen. Es gibt bessere Restaurants in Frankreich.
Zumindest für keinen Meschen ...
moricsala, 07.09.2010
5. 'ladies only' compartments
tja, mangelhaftes Wissen kann glücklicherweise behoben werden: Vor 1940 gab es in Grossbritannien durchaus Damen-Abteile in Züge und sogar Bussen, dieses Modell wurde in viele Commonwealth-Länder exportiert. Wissen Sie was, da reist es sich überhaupt nicht unangenehm! Wobei es natürlich abweichende Meinungen gibt, ob GB nun Europa ist ...
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