Wegen hoher Preise Klinikbetreiber nimmt Kassenpatienten die Butter vom Brot

In den Hamburger Kliniken des Asklepios-Konzerns bekommen gesetzlich Versicherte laut einem Bericht des »Hamburger Abendblatts« nur noch Margarine aufs Tablett – das soll rund 330.000 Euro einsparen.
Asklepios-Klinik in Wandsbek: Bei der Patientenkost wird der Rotstift angesetzt

Asklepios-Klinik in Wandsbek: Bei der Patientenkost wird der Rotstift angesetzt

Foto: Angelika Warmuth/ picture alliance / dpa

Der Gesundheitskonzern Asklepios nimmt Kassenpatienten in seinen Hamburger Kliniken buchstäblich die Butter vom Brot: Während Privatpatienten zu täglichen Speisen weiter Butter erhalten, erhalten Kassenpatienten laut einem Bericht des »Hamburger Abendblatts « ausschließlich Margarine aufs Tablett – wegen der gestiegenen Lebensmittelkosten.

»Angesichts gestiegener Einkaufs-, Logistik- und Personalkosten in der für die Speisenversorgung zuständigen Tochtergesellschaft sind Einsparungen unvermeidlich«, zitiert die Zeitung einen Sprecher des Konzerns. Der Einkaufspreis der bislang verwendeten Joghurt-Butter habe sich mehr als verdoppelt. Durch die Umstellung ließen sich an den Hamburger Asklepios-Standorten jährlich rund 330.000 Euro einsparen.

Laut Daten des Statistischen Bundesamts  kostete Butter im vergangenen Dezember 39,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die gestiegenen Lebensmittelpreise machen offenbar auch den Klinikbetreibern zu schaffen: Insgesamt beziffert der Asklepios-Konzern die inflationsbedingten Mehrkosten in der Speiseversorgung auf 2,6 Millionen Euro pro Jahr.

Die höheren Preise kann Asklepios dem Bericht zufolge nicht an die Patienten weiterreichen. »Wir müssen trotz erheblich gestiegener Ausgaben mit den Pauschalen auskommen und erhalten bislang auch keinen Inflationsausgleich«, wird ein Sprecher zitiert. Unterdessen wird am Universitätsklinikum Eppendorf, das sich in öffentlicher Trägerschaft befindet, laut »Abendblatt« weiter auch Kassenpatienten Butter serviert.

Asklepios ist einer der größten privaten Klinikbetreiber in Deutschland und betreibt nach eigenen Angaben insgesamt rund 170 Einrichtungen in 14 Bundesländern. Zwischen Januar und September erzielte der Konzern einen Gewinn von 104,9 Millionen Euro – das waren rund 5,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

mic
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