Lieferketten Logistikprobleme sorgen für Frachterstau vor Helgoland

Weil viele Schiffe verspätet ankommen, stauen sich nun auch vor Helgoland die Containerfrachter. Laut dem Logistikkonzern HHLA warten derzeit zehn Schiffe auf die Abfertigung im Hamburger Hafen – womöglich für Wochen.
Containerfrachter in Hamburg (Archivbild): Kapitäne brauchen Geduld

Containerfrachter in Hamburg (Archivbild): Kapitäne brauchen Geduld

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Störungen in den globalen Lieferketten führen zu Problemen in den Häfen – das bekommt nun auch Hamburg deutlich zu spüren: Infolge großer Schiffsverspätungen stauen sich die Container auf den Terminals, was zu einer Überlastung der Lager führt, wie Hans-Jörg Heims, Sprecher des Hamburger Hafenlogistikers HHLA, sagte.

Eine ganze Reihe von Schiffen müsse daher derzeit vor Helgoland warten, bis ein Platz in ihrem Zielhafen frei werde. Laut Heims sind es zehn Frachter, die zurzeit nach Hamburg wollen. »Das kann von ein paar Tagen bis zu einigen Wochen dauern.« Trotz aller Bemühungen und einem Großeinsatz von Personal und Technik komme es zu Verzögerungen bei der Abfertigung.

Screenshot des Schiffsverfolgungsdienstes Vesselfinder: Die gelben Punkte stehen für Schiffe, die vor Helgoland vor Anker liegen

Screenshot des Schiffsverfolgungsdienstes Vesselfinder: Die gelben Punkte stehen für Schiffe, die vor Helgoland vor Anker liegen

Foto: vesselfinder.com

Wie kam es zu diesen Problemen? »Ausgelöst durch die Coronapandemie gibt es seit zwei Jahren weltweit Störungen in den Lieferketten«, sagte Heims. »In Folge von Lockdowns in großen chinesischen Städten ist der Betrieb in den dortigen Häfen immer wieder unterbrochen worden. Und dann stauen sich dort die Schiffe. Löst sich der Stau auf, kommt die Welle ein paar Woche später in Europa an.«

Seit zwei Jahren habe die HHLA solche Situationen immer wieder gut gemanagt. Doch die Fahrpläne der Schiffe seien durch weitere Ereignisse wie die tagelange Blockade des Suezkanals durch das Großcontainerschiff »Ever Given« im März 2021, schlechte Witterung und zuletzt durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine außer Kontrolle geraten.

Die HHLA habe bereits zusätzliche Flächen mit Containern belegt. »Aber wir kommen an Grenzen, je länger die Situation auf den Lieferketten so angespannt bleibt«, berichtete Heims. Je mehr Container in einem Lager stehen, umso größer sei der Aufwand beim Umschlag und desto länger dauere die Abfertigung. Früher habe man 500 Meter gebraucht, um einen Container vom Lager zum Schiff zu bringen.

Heute seien das manchmal 1,5 Kilometer – je nachdem, wo der Container stehe. Erschwert wurde die Situation auf einem Terminal im Hamburger Hafen durch Bauarbeiten für Landstrom. Dadurch habe ein Liegeplatz zeitweise nicht genutzt werden können.

mic/dpa-AFX
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.