Seltene Erden Chinesische Drohungen belasten Börsen

Die Drohung Chinas, die Ausfuhr seltener Erden zu beschränken, hat an den Börsen für Verunsicherung gesorgt. Investoren zogen sich auf als sicher empfundene Anlagen zurück.

Aktienhändler an der New Yorker Börse
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Aktienhändler an der New Yorker Börse


Aus Furcht vor einer weiteren Eskalation des US-chinesischen Handelsstreits ziehen sich Anleger aus den Aktienmärkten zurück. Auslöser waren Drohungen aus China, als Reaktion auf US-Strafzölle die Ausfuhr seltener Erden zu beschränken. Seltene Erden werden zur Herstellung zahlreicher elektronischer Geräte benötigt und sind nicht austauschbar. China besitzt ein hohes Vorkommen und ist Quasi-Monopolist in der Produktion.

"China ist der weltgrößte Förderer dieser Rohstoffe und will sie offenbar als Druckmittel nutzen", stellten die Analysten des Brokerhauses PVM fest. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils gut eineinhalb Prozent auf 11.837 und 3295 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gab im Vormittagshandel 1,2 Prozent nach.

"Amerikaner und Chinesen haben sich gleichermaßen so in den Handelsstreit hineinbugsiert, dass sie aus diesem nicht mehr ohne weiteres herauskommen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Weder US-Präsident Donald Trump noch Chinas Premier Xi Jinping können nachgeben, ohne dabei das Gesicht zu verlieren."

Bundesanleihen und Gold gefragt

Aus diesem Grund nahmen Anleger verstärkt Kurs auf als sicher empfundene Anlagen wie die Bundesanleihen. In Deutschland fiel der Zins der zehnjährigen Bundesanleihe mit minus 0,18 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. In Japan wurde ebenfalls der tiefste Renditestand seit dem Jahr 2016 erreicht. In Neuseeland fiel der Kapitalmarktzins auf ein Rekordtief.

Gefragt war auch Gold, das als "Antikrisen-Währung" gilt. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1282 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Investoren interessierten sich auch für den Franken. Der Euro verlor zur Schweizer Währung 0,3 Prozent auf 1,12 Franken.

Die Ölpreise haben ihre jüngste Erholung vorerst abgebrochen und sind deutlich gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 68,75 US-Dollar. Das waren 1,36 Dollar weniger als am Vortag.

Riskantere Anlagen wie Erdöl wurden in diesem unsicheren Umfeld gemieden. Eine weitere Eskalation des Handelskonflikts könnte die globale Konjunktur zusätzlich schwächen und die weltweite Rohölnachfrage belasten. Derartige Sorgen überwiegen derzeit die Auswirkungen des knappen Angebots durch das Ölkartell Opec.

brt/Reuters/dpa

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