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23. März 2018, 09:55 Uhr

Reaktionen auf Trumps Strafzölle

Dax fällt deutlich, Goldpreis steigt

Die wachsende Furcht vor einem weltweiten Handelskrieg drückt den Dax unter die Marke von 12.000 Punkten. Der Goldpreis dagegen legt deutlich zu.

Weil die USA die Volksrepublik China mit milliardenschweren Strafzöllen belegt haben, sind Anleger auf der ganzen Welt nervös. Der deutsche Leitindex Dax gab zum Börsenauftakt deutlich nach und fiel zeitweise unter die Marke von 12.000 Punkten. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund ein Prozent an Wert.

Zuvor hatten bereits die Börsen in den USA und in Asien deutlich im Minus geschlossen. Der US-Leitindex Dow Jones sackte um fast drei Prozent ab. Der japanische Nikkei sank gar um 4,5 Prozent. Der chinesische CSI 300 fiel um annähernd 4 Prozent. Auf den Verkaufslisten standen vor allem solche Unternehmen, die besonders vom chinesischen Markt abhängig sind.

Der Goldpreis indes steigt kräftig. Am Freitagmorgen wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei rund 1343 Dollar gehandelt. Das ist etwa ein Prozent mehr als am Vortag und der höchste Goldpreis seit mehr als vier Wochen.

Als Reaktion auf milliardenschwere Strafzölle der USA will China mit Handelsstrafen gegen Washington antworten. Geplant sind Zölle im Umfang von drei Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Peking mitteilte. Auf US-Schweinefleisch soll demnach ein Einfuhrzoll in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Für Stahlrohre, Früchte und Wein sind Zölle in Höhe von 15 Prozent vorgesehen.

Die EU soll hingegen vorläufig von den geplanten US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen bleiben. Bis zum 1. Mai 2018 seien für die EU-Mitgliedstaaten und Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Mexiko und Südkorea die Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium ausgesetzt, teilte das Weiße Haus mit.

Kanzlerin Angela Merkel gab am frühen Freitagmorgen auf dem EU-Gipfel in Brüssel dennoch keine Entwarnung: "Wir können heute früh noch nicht abschließend sagen, wie die Entscheidungen wirklich gelaufen sind", sagte sie über den Zollstreit mit den USA. Man müsse abwarten, wie sich die Regierung in Washington festlege.

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ssu/dpa/Reuters

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