Vergleichsportal für Handy-Tarife Gericht untersagt "Check24" versteckte Werbung

Im Vergleichsportal "Check24" wurde eine Anzeige als "Tarif-Empfehlung" beworben - ohne dass sie als Werbung gekennzeichnet war. Dies hat ein Gericht jetzt untersagt.
Homepage von "Check24": Einstweilige Verfügung gegen versteckte Werbung

Homepage von "Check24": Einstweilige Verfügung gegen versteckte Werbung

Foto: imago

München - Der Vergleich von Handy-Tarifen sollte neutral sein. Doch das Portal "Check24" hat eine Werbung platziert und als "Tarif-Empfehlung" hervorgehoben, ohne das Angebot als Anzeige zu kennzeichnen. Diese Praxis hat das Landgericht München nun auf eine Klage der Verbraucherzentrale Bayern hin per einstweiliger Verfügung gestoppt.

Das Vergleichsportal dürfe einzelne Angebote nicht "als 'Tarif-Empfehlung' hervorheben, wenn es sich dabei um Werbung handelt und diese nicht als solche gekennzeichnet ist", schreibt die Verbraucherzentrale in einer Mitteilung  über den Gerichtsentscheid. Das Vergleichsportal habe verschleiert, dass sich hinter den angeblichen "Tarif-Empfehlungen" Anzeigen verbargen. "Dieser Tarif entsprach in unserem Test weder dem konkreten Kundenwunsch, noch war es der günstigste Tarif für den Verbraucher", sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale.

"Check24" bezeichnet den Vorfall als technischen Fehler. Die Anzeige hätte in dem Zusammenhang nicht platziert werden dürfen, räumte ein Sprecher des Unternehmens im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ein. Das Portal unterscheide klar zwischen Werbung und Vergleichen, sagte er, gebe aber auch "redaktionelle Empfehlungen" für Produkte ab, wenn diese nicht die günstigsten seien. Das sei immer dann der Fall, wenn die Leistung eines Angebots der Redaktion des Portals empfehlenswert erscheine - dafür sei nicht allein der Preis entscheidend. Die monierte Werbung sei nun bereits entsprechend gekennzeichnet, teilte das Unternehmen mit.

bos/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.