Erholung im Welthandel Hapag-Lloyd meldet überraschend hohen Gewinn

Die Corona-Pandemie hat den Welthandel einbrechen lassen – doch offenbar geht es schneller als erwartet wieder aufwärts.
Hapag-Lloyd-Container im Hamburger Hafen

Hapag-Lloyd-Container im Hamburger Hafen

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Fabian Bimmer / REUTERS

Gute Geschäfte in der Coronakrise haben der Container-Reederei Hapag-Lloyd in den ersten drei Quartalen einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Unter dem Strich steht ein Überschuss von rund 530 Millionen Euro und damit rund 85 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Freitag in Hamburg mitteilte.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um ein Drittel auf 858 Millionen Euro und damit noch etwas stärker, als die Reederei bereits auf Basis vorläufiger Zahlen berichtet hatte. Vorstandschef Rolf Habben Jansen hält daher an seiner Mitte Oktober erhöhten Prognose fest. Er rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Ebit zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro.

"Im Neunmonatszeitraum haben wir ein gutes Ergebnis erzielt, unsere Kosten konsequent gemanagt und zugleich von besseren Marktbedingungen im dritten Quartal profitiert", sagte Habben Jansen. Allerdings sei die Covid-19-Pandemie mit ihren weltweit steigenden Fallzahlen weiterhin mit hohen Risiken für die Logistik und die Lieferketten der Kunden verbunden.

Welthandel erholt sich offenbar schneller als gedacht

Damit behauptet sich der Konzern gut in einem ausgesprochen ungünstigen Umfeld: Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet infolge der Coronakrise in diesem Jahr mit einem Absturz des Welthandels um 13 bis 32 Prozent. Dieser Rückgang werde "schmerzhafte Konsequenzen für Haushalte und Unternehmen" haben.

Allerdings treibt die schnelle Erholung Chinas den Welthandel bereits wieder an. So zeigen Frühindikatoren wie der Containerumschlag-Index des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) ein positives Bild: Laut einem Bericht der "Deutschen Welle" ist er auf 119,7 gestiegen, ein Allzeithoch (hier geht's zum Bericht ).

Bei Hapag-Lloyd ging die Transportmenge von Januar bis September zwar um 3,5 Prozent auf 8,7 Millionen Standardcontainer zurück. Allerdings konnte das Unternehmen bei seinen Kunden höhere Preise verlangen. Der Umsatz sank daher nur um ein Prozent auf knapp 9,4 Milliarden Euro. Zudem profitierte die Reederei von gesunkenen Preisen für Treibstoff.

beb/dpa
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