Werbebotschafter Haribo trennt sich von Bully Herbig

Die Haribo-Goldbären müssen nach SPIEGEL-Informationen künftig ohne prominenten Fürsprecher auskommen. Auch Unternehmenschef Hans Guido Riegel hat keine Lust, in Werbespots aufzutreten.
Michael Bully Herbig

Michael Bully Herbig

Foto: Georg Wendt/ dpa

Süßwarenhersteller Haribo verzichtet künftig auf einen prominenten Werbebotschafter. "Wir möchten vorerst mit Kampagnen ohne Testimonial arbeiten. Hierfür testen wir derzeit verschiedene Konzepte", sagte Haribo-Geschäftsführer Hans Guido Riegel dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das SPIEGEL-Gespräch mit Riegel aus dem neuen Heft .)

Zuletzt arbeitete das Unternehmen mit dem Komiker Bully Herbig zusammen. Er hatte den Showmaster Thomas Gottschalk abgelöst, der fast ein Vierteljahrhundert lang vertragsgemäß vor der Kamera Fruchtgummi verzehrte. "Inzwischen erklärt sich die Marke aber von selbst, wir prüfen deshalb, wie wir in Zukunft werben", so Riegel. Der Vertrag mit Herbig laufe nur noch bis Ende des Jahres.

Den Haribo-Geschäftsführer selbst drängt es nicht in die Öffentlichkeit: "Ich bin davon überzeugt, dass das richtig ist. Haribo soll im Vordergrund stehen, nicht ich", sagte Riegel dem SPIEGEL.

Sein Onkel Hans Riegel hingegen, 67 Jahre lang Mister Haribo, spazierte schon mal an Gottschalks Seite durchs Werbefernsehen ("Thommy, du darfst alles essen, aber nicht alles wissen!"). Das Unternehmen war ganz auf den Senior zugeschnitten. Briefe an seine Angestellten öffnete er selbst, unter ihm gab es kein Intranet und keine E-Mail-Adressen für Mitarbeiter. Hans Riegel leitete das Unternehmen, bis er 2013 im Alter von 90 Jahren starb.

Hans Guido Riegel hofft, die Unternehmensführung eines Tages rechtzeitig abgeben zu können. Für ihn gebe es ein Leben nach Haribo: "Ich habe eine tolle Frau, eine gesunde Tochter, ich will reisen und etwas von der Welt sehen." Auf die Frage, wann er aufhören wolle, sagte Riegel: "Ich hoffe, lebend."

akü/sam
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.