Technische Probleme Harley-Davidson stoppt Produktion von Elektromotorrädern

Harley-Davidson braucht dringend junge Kunden - da soll das E-Bike LiveWire helfen: Doch nun muss der Konzern den Bau vorerst einstellen. Grund sind offenbar Schwierigkeiten mit einem entscheidenden Zubehörteil.
Harley-Davidsons E-Bike: Es läuft noch nicht rund

Harley-Davidsons E-Bike: Es läuft noch nicht rund

Foto: Steve Marcus/ REUTERS

Gerade hatte Harley-Davidson nach eigenen Angaben mit den ersten Auslieferungen an Händler begonnen. Doch nun muss der US-Motorradbauer die Produktion und Lieferung seines ersten Elektromotorrads LiveWire stoppen. Das Unternehmen begründete dies in einer Mitteilung vom Montag mit einem Problem bei den letzten Qualitätschecks. Nähere Angaben gab es zunächst nicht.

Fest steht allerdings: Für Harley-Davidson ist die Panne bitter - der Hersteller leidet ohnehin schon unter sinkender Nachfrage und wollte mit dem E-Motorrad neue Kundengruppen ansprechen und die Verkäufe ankurbeln. Die Nachfrage war aber offenbar nicht zuletzt wegen des hohen Preises bisher nicht allzu groß gewesen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

(Lesen Sie hier einen ersten Fahreindruck der E-Harley)

Laut einem internen Memo, aus dem das "Wall Street Journal" zitierte, gibt es ein Problem mit dem Ladegerät des 30.000 Dollar teuren Fahrzeugs. Ab wann das LiveWire-Modell wieder ausgeliefert wird, sei vorerst unklar. Dem Unternehmen zufolge sind zunächst weitere Tests und Analysen nötig.

Harley-Davidsaon hatte das Motorrad im Januar auf der Technikmesse CES in Las Vegas zusammen mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic präsentiert.

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Harley-Chef Matt Levatich hatte gehofft, mit den E-Motorrädern endlich jüngere Kunden anzuziehen. Das 116 Jahre alte Unternehmen kämpft seit Längerem damit, dass seine Kunden immer älter werden. Harley verkauft mehr als die Hälfte seiner Motorräder in den USA. 2018 ging der Absatz auf dem Heimatmarkt so stark zurück wie seit vier Jahren nicht mehr, und auch für das laufende Jahr wird ein Minus erwartet.

Auch das Verhältnis der Firma zu US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen gesorgt. Trump hatte die Kultfirma wiederholt scharf kritisiert und im vergangenen Jahr sogar Boykottaufrufe seiner Anhänger unterstützt. Trump war verärgert, weil Harley-Davidson angekündigt hatte, einen Teil der Produktion ins Ausland zu verlagern.

jok/Reuters/dpa
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