Nach Börsencrash Hasso Plattner kauft SAP-Aktien für eine Viertelmilliarde Euro

Die SAP-Aktie war um mehr als 20 Prozent eingebrochen, nun deckt sich Aufsichtsratschef Hasso Plattner für rund 250 Millionen Euro mit den Papieren ein. Dem Dax hilft das kaum.
SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner

Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat den Kurssturz der Aktien des Softwareherstellers zu einem Großeinkauf genutzt. Der Mitgründer des Dax-Konzerns deckte sich zu Wochenbeginn für insgesamt rund 248,5 Millionen Euro mit Papieren ein, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung des Konzerns vom Dienstag hervorgeht. Plattner kaufte demnach zu Kursen von durchschnittlich um die 101 Euro.

Plattner ist vor Gründungskompagnon Dietmar Hopp der größte Einzelaktionär des wertvollsten deutschen börsennotierten Unternehmens und hielt zuletzt laut Bloomberg knapp 5,9 Prozent der Anteile - aktuell ist das Paket gut sieben Milliarden Euro wert. Hopp hält gut fünf Prozent der Aktien.

Die SAP-Aktie war am Montag wegen eines Strategieschwenks von Vorstandschef Christian Klein um mehr als ein Fünftel auf 97,50 Euro eingebrochen und damit wieder auf den Stand von Anfang April, als sich die Papiere gerade vom Corona-Crash erholten. Dies war der höchste Tagesverlust der Papiere seit den Neunzigerjahren, ein Börsenwert von rund 33 Milliarden Euro löste sich in Luft auf.

Am Dienstag drehten die SAP-Aktien nach der Nachricht von Plattners Großkauf ins Plus und notierten zuletzt mit plus 2,4 Prozent an der Dax-Spitze.

Auch Klein und Finanzchef Luka Mucic hatten am Montag Aktien gekauft, allerdings in einem deutlich kleineren Rahmen für gut 102.000 und gut 75.000 Euro.

Dax angezählt

Der Dax insgesamt tut sich nach dem schwachen Wochenbeginn aufgrund des SAP-Absturzes allerdings auch am Dienstag schwer. Der Leitindex gab in der ersten Handelsstunde um 0,10 Prozent auf 12.164 Punkte nach.

Am Montag habe SAP mit der neuen Prognose viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Bisher galten insbesondere Technologieunternehmen als sichere Bank bei den Anlegern. Nun scheint sich hier die Spreu vom Weizen zu trennen." Lipkow sieht den Dax vorerst angezählt.

caw/dpa