Hausgerätehersteller Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen bei BSH

Korruptionsverdacht im Hause BSH: Die Justiz prüft, ob gegen das Unternehmen nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Mitarbeiter sollen womöglich Händler bestochen haben, um den Absatz anzukurbeln.


München - Die Staatsanwaltschaft München prüft, ob nun ein Ermittlungsverfahren bei Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) eingeleitet wird. Es bestehe der Verdacht, dass der Verkauf von Geräten der Firma angekurbelt oder eine optimale Platzierung der Produkte erreicht werden sollte, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag.

Der Hausgerätehersteller hatte sich in der vergangenen Woche selbst an die Strafverfolger gewandt, nachdem intern der Verdacht aufgekommen war, dass Kunden und Händler geschmiert worden seien.

Von möglichen Ermittlungen wären Mitarbeiter von BSH betroffen, sagte Winkler weiter. "Sollten sich auf Seiten der BSH Bestechungshandlungen nachweisen lassen, so muss es auch im Handel entsprechende Personen gegeben haben, die sich möglicherweise bestechen ließen."

Hinweise auf eine konkrete Periode oder betroffene Personen gebe es bislang nicht, da die Ermittler noch auf entsprechende Unterlagen aus dem Unternehmen warten.

Wie der SPIEGEL zuvor berichtet hatte, sollen die Verkäufer in Elektrofachgeschäften wie Discountern im großen Stil Wertgutscheine für Einkäufe bei Karstadt, Aral oder TUI erhalten haben, wenn sie die Haushaltsgeräte der BSH-Marken verkauften.

Auch die Platzierer der Ware sowie die Disponenten im Großhandel sollen kassiert haben. In einzelnen Jahren seien "Korruptionalien" im Wert von mehr als zehn Millionen Euro gezahlt worden. BSH-Chef Kurt-Ludwig Gutberlet soll davon gewusst haben.

yes/dpa/Reuters



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