Pensionierter Bundeswehrgeneral Kujat wird Chefkontrolleur bei Heckler & Koch

Heckler & Koch wird künftig vom früheren Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat kontrolliert. Das könnte die Chancen des angeschlagenen Waffenherstellers auf einen Großauftrag erhöhen.

Früher Generalinspekteur der Bundeswehr, nun Chefkontrolleur von Heckler & Koch: Harald Kujat
Karlheinz Schindler/dpa

Früher Generalinspekteur der Bundeswehr, nun Chefkontrolleur von Heckler & Koch: Harald Kujat


Er gehört zu den prominentesten Gesichtern der Bundeswehr: Harald Kujat war früher Generalinspekteur und ist häufig zu Gast in TV-Talkshows. Nun ist der 77-Jährige neuer Chefkontrolleur des wirtschaftlich angeschlagenen Waffenherstellers Heckler & Koch.

Die Hauptversammlung der Firma wählte Kujat zunächst in den Aufsichtsrat, danach bestimmte das dreiköpfigen Gremium ihn zum Vorsitzenden. Großaktionär Andreas Heeschen hatte den pensionierten General für das Mandat vorgeschlagen. Kujat selbst war bei der Aktionärsversammlung aus persönlichen Gründen nicht anwesend.

Branchenkenner halten die Personalie für einen geschickten Schachzug des Unternehmens, um mit Blick auf einen 250 Millionen Euro schweren Sturmgewehr-Auftrag des Bundes bessere Karten zu haben. Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" hatte Kujat unlängst bereits die Werbetrommel für die Oberndorfer Waffenschmiede gerührt.

Die Firma sei "unverzichtbar für unsere nationale Sicherheit", sagte Kujat den Zeitungen. Deutschland brauche eine leistungsfähige Rüstungsindustrie. Kritiker wie der Friedensaktivist Jürgen Grässlin halten die Wahl Kujats in den Aufsichtsrat von Heckler & Koch auch deshalb für "puren Lobbyismus".

Kujat war von 2000 bis 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr, danach rückte er in Brüssel als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses auf den höchsten Posten des Verteidigungsbündnisses für einen Militär. 2005 ging er in den Ruhestand.

fdi/dpa



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