Waffenindustrie Mitarbeiter von Heckler & Koch sollen unbezahlt mehr arbeiten

Einem Bericht der "Welt" zufolge soll der Waffenhersteller Heckler & Koch von seinen Mitarbeitern unbezahlte Extraarbeit verlangen. Das Unternehmen steht seit längerem unter Druck.

Gewehre des Waffenherstellers Heckler & Koch auf einer Fachmesse in Nürnberg
DPA

Gewehre des Waffenherstellers Heckler & Koch auf einer Fachmesse in Nürnberg


Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch fordert von seinen Mitarbeitern unbezahlte Extraarbeit. Ein Firmensprecher bestätigte der Nachrichtenagentur dpa entsprechende Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite, ohne Zahlen zu nennen. Zuvor hatte die Zeitung "Welt" berichtet, wöchentlich sollten die Mitarbeiter 2,5 bis 3 Stunden unbezahlt arbeiten.

Demnach hätte die Geschäftsführung auf einer Mitarbeiterversammlung bekannt gegeben, dass die Mitarbeiter für diese Stunden auf ihren Lohn verzichten sollten.

Ein Firmensprecher sagte der "Welt" dazu: "Derzeit arbeiten wir an einem umfangreichen Innovations- und Wachstumspakt unter Einbindung aller Stakeholder von Heckler & Koch." Einen Zwischenstand zu den Verhandlungen wollte er nicht nennen. In Oberndorf arbeiten rund 800 Menschen für das Unternehmen.

Die Situation bei Heckler & Koch ist seit langem angespannt. Zwar ist das Auftragsvolumen hoch und die Firma kann sich Hoffnungen auf lukrative Großaufträge machen - etwa für das neue Standardgewehr der Bundeswehr, dessen Vergabeverfahren noch läuft. Andererseits schrieb das Unternehmen zuletzt rote Zahlen und der Schuldenberg ist hoch. Außerdem muss die Firma wegen Waffenexporten nach Mexiko einem Gerichtsurteil zufolge tief in die Tasche greifen: Verkaufserlöse von 3,7 Millionen Euro sollen eingezogen werden.

Seit knapp einem Jahr ist Jens Bodo Koch neuer Chef bei Heckler & Koch. Er versucht seither, die Firma wieder auf Kurs zu bringen - hierbei setzt er nun auch auf die Belegschaft. Das Unternehmen ist tarifgebunden, bisher gibt es dort eine 35-Stunden-Woche.

mal/dpa

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