Waffenkonzern Luxemburger Holding will Heckler & Koch übernehmen
Ein Präzisionsgewehr von Heckler und Koch: Bislang gehört der Konzern zu zwei Dritteln einem deutschen Großaktionär
Foto: Daniel Karmann / DPADie Luxemburger Finanzholding Compagnie de Développement de l'Eau (CDE) will den Waffenhersteller Heckler & Koch übernehmen. CDE teilte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, dass sie die Mehrheit des baden-württembergischen Unternehmens erwerben wolle.
Sie habe einen "langfristigen Anlagehorizont" und wolle den von der Geschäftsführung eingeschlagenen Kurs fortsetzen, demzufolge Heckler & Koch seine Waffen nur noch an demokratische und nichtkorrupte Nato-Staaten sowie Nato-nahe Staaten verkaufen will. Seit 2015 hält CDE den Angaben zufolge 5,1 Prozent am Stammkapital der Waffenschmiede.
Bei Heckler & Koch arbeiten derzeit mehr als 900 Menschen. Die finanzielle Situation des Unternehmens ist angespannt, der Schuldenberg groß. Nach zwei Verlustjahren sieht es 2019 aber wieder besser aus, die Firmenspitze peilt einen kleinen Gewinn an. Die Auftragsbücher sind voll, von Mitarbeitern soll aber auch unbezahlte Extraarbeit verlangt worden sein.
CDE lehnt sich gegen Noch-Mehrheitseigner auf
Bisher gehört dem deutschen Investor Andreas Heeschen die Mehrheit an der Firma. Er hatte bereits im November verlauten lassen, dass er die Mehrheit an einen anderen Aktionär abgeben will - an wen, blieb offen. Allerdings teilte der Konzern damals mit, dass beim Bundeswirtschaftsministerium bereits ein Übernahmeantrag gestellt worden war.
Hinter CDE steht der französische Investor Nicolas Walewski mit dem Privatvermögen seiner Familie. Als Treuhänder dieses Vermögens ist ein französischer Anwalt mit Sitz auf der Karibikinsel Barbados tätig. Die Bundesregierung prüft noch, ob sie die Übernahme genehmigt - bei Rüstungskonzernen hat sie das letzte Wort.
An diesem Donnerstag kommen die Aktionäre von Heckler & Koch zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammen. Das Treffen wird mit Spannung erwartet, weil CDE die Abwahl des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Harald Kujat beantragt hatte. Noch-Mehrheitseigner Heeschen will den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr hingegen im Amt behalten und zudem - ebenfalls gegen den Widerstand der CDE - einen eigenen Sitz im Aufsichtsrat haben.