Bill Ackman Hedgefonds-Manager hat mit Corona-Crash 2,6 Milliarden Dollar eingestrichen

Bill Ackman gehört zu den aggressivsten Investoren weltweit. Er hat früh auf einen Börsenabsturz gewettet - und damit viel Geld gemacht.
Foto: Andrew Harnik/ AP

Wohl kein anderer Mensch hat mit den Folgen der Coronakrise so viel verdient wie William "Bill" Ackman. Der Gründer des vielleicht aggressivsten Investmentfonds der Welt, Pershing Square Capital, hat mit einer gigantischen Wette auf einen Börsenabsturz 2,6 Milliarden Dollar verdient.

Das geht aus einer Mitteilung des Fonds  hervor. Pershing Square Capital hat im März eine Rendite von acht Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum verloren die Weltbörsen fast 20 Prozent.

Seit vielen Jahren ist Ackman in der Finanzszene für seine grenzenlose Gier bekannt. In den vergangenen Jahren versetzte er Unternehmenschefs auf der ganzen Welt in Angst und Schrecken: Als sogenannter aktivistischer Investor kaufte er sich im großen Stil bei Unternehmen ein und setzte diese massiv unter Druck, mit dem Ziel Kosten zu senken, Margen zu erhöhen und Synergien zu heben. Denn all das sorgt in der Regel für einen kräftigen Anstieg des Aktienkurses. "Bill Ackman zerstört Unternehmen", sagte einmal Starbucks-Gründer Howard Schultz über den Investor.

So groß die Gier, so durchdacht sein Vorgehen. Bei fast allen seiner Deals ist das Verlustrisiko überschaubar. So war es auch diesmal: Ackman nahm gerade einmal 27 Millionen Dollar in die Hand, um seine Wette zu platzieren. Für das Geld kaufte Ackman spezielle Kreditversicherungspapiere, deren Preise steigen, je wahrscheinlicher der Kredit eines Unternehmens ausfällt. Die Wette ging auf: Die Coronakrise legt derzeit ganze Volkswirtschaften lahm, die Kreditausfallrisiken der Unternehmen steigen immens.

Fast kein Risiko

"Der Weg der Absicherung war fast risikolos", sagte Ackman in einem Interview dem US-Sender CNBC . "Wenn die Welt stabil geblieben wäre, hätten wir 25 Millionen Dollar verloren. Und wenn nicht, hätten diese Sicherungsgeschäfte unser gesamtes Portfolio geschützt."

Zuletzt hatte das US-Wirtschaftsmagazin das Vermögen des Mannes mit dem schlohweißen Haar auf rund 1,7 Milliarden Dollar geschätzt. Ackman stammt aus einer New Yorker Immobiliendynastie. Nach seinem Geschichts- und Wirtschaftsstudium in Harvard begann er eine Karriere als Investor.

Ackman ist mit seinen Wetten auf den Corona-Crash nicht allein. Viele Hedgefonds verzeichnen trotz Börsencrashs derzeit hohe Gewinne. Der Brite Robin Odey etwa hat mit aggressiven Wetten gegen Fracking-Ölfirmen und den Elektroautohersteller Tesla viel Geld verdient. Das dürfte aber nur ein Bruchteil dessen sein, was Ackman nun eingestrichen hat.

Die Gewinne hat der Hedgefonds-Manager inzwischen reinvestiert. Die Beteiligungen seines Fonds hat er aufgestockt, darunter an Starbucks, Hilton und Berkshire Hathaway. In einem Interview mit dem TV-Sender Bloomberg  betonte er, dass er mit diesen Schritten nicht auf den Schaden anderer wette: "Das ist ungefähr das bullishste, was wir je gemacht haben. Wir haben nur Kaufpositionen. Keine Leerverkäufe, wir wetten auf das Land."

hej
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.