Profite mit Trump Empörung über HeidelbergCement-Chef wegen Mauer-Spruch

Der Chef der deutschen HeidelbergCement will an Trumps Mauer zu Mexiko mitverdienen - und kämpft nun gegen einen Proteststurm im Netz.
Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko

Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko

Foto: Matt York/ AP

Nach der überraschenden Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist die Welt in Aufruhr. Ökonomen rätseln über seinen Wirtschaftskurs, Unternehmen halten sich vorsichtig zurück. Nicht so Bernd Scheifele. Der Chef des deutschen Dax-Konzerns HeidelbergCement hat schon seine Geschäftschancen ausgerechnet: Werde Trump wie angekündigt eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, werde sie "nicht aus Holz gebaut, sondern aus Zement", frohlockte Scheifele. Dafür erntet der Konzernchef nun entsetzte Kommentare.

Die Mauer zu Mexiko war eins von Trumps Wahlversprechen. Mexiko soll sogar gedrängt werden, die Mauer selbst zu bezahlen, um seine Bürger vom Auswandern in die USA abzuhalten.

HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele

HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele

Foto: Uwe Anspach/ picture alliance / dpa

Konzernchef Scheifele sah sogleich eine Gelegenheit, Geld zu verdienen. "Mittelfristig bin ich positiv gestimmt", sagte er kurz nach der Wahl. Die USA würden unter Trump mehr in Infrastruktur investieren. Und bei einer Mexiko-Mauer "wären wir in Texas und Arizona nicht schlecht bedient", schließlich habe man dort eigene Zementwerke.

In den sozialen Medien sorgte Scheifeles Vorfreude für Spott, Hohn und Unverständnis. Viele Menschen beschämte der Vorstoß des Heidelberg-Chefs:

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Anderen, wie einem studentischen Arbeitskreis, der sich kritisch mit der ökonomischen Lehre beschäftigt, stockte der Atem oder sie fühlten sich sprachlos angesichts solcher Aussagen:

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Zynismus wird dem Dax-Konzern nun vorgeworfen. Manche Kommentatoren hatten das Gefühl, hier nicht mehr zwischen echten Nachrichten und Satire unterscheiden zu können:

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Gerade als deutschem Konzern dürfte HeidelbergCement die Kritik zusetzen, kein Verständnis der deutschen Geschichte mitzubringen:

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Auf jeden Fall wäre der Konzern mit seinen gerade vorgelegten Quartalsergebnissen kaum aufgefallen ohne seinen Affront. Ob dies allerdings positiv wirkt, stellt selbst ein PR-Berater in Zweifel:

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Dem Aktienkurs des Heidelberger Unternehmens   gaben Scheifeles Worte zusammen mit den neuen Geschäftszahlen am Mittwoch schon einmal kräftig Auftrieb. Der Konzernchef sieht denn auch kein Problem, das er aus der Welt schaffen müsste. Er steht zu seinen Worten, will sie weder abmildern noch näher erklären. "Aus unserer Sicht wurde gestern bereits alles zu dem Thema gesagt", kommentierte ein Konzernsprecher auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE.