Goldener Handschlag Ketchup-Boss soll 213 Millionen kassieren

Europa kämpft gegen hohe Managergehälter, nun wird ein besonderer Fall aus den USA bekannt: William Johnson, der Chef von Heinz Ketchup, könnte 213 Millionen Dollar erhalten, wenn er den Konzern demnächst verlässt.

Noch-Chef Johnson: "Milliarden an Werten für die Anteilseigner"
AFP

Noch-Chef Johnson: "Milliarden an Werten für die Anteilseigner"


Pittsburgh - Hohe Gehälter für Wirtschaftsbosse geraten in Europa zunehmend in die Kritik - erst recht, wenn sie zum Abschied gezahlt werden. In der Schweiz sorgte eine geplante 72-Millionen-Franken-Abfindung für den Chef des Pharmakonzerns Novartis mit dafür, dass eine Volksabstimmung für die Deckelung von Managergehältern Erfolg hatte. Und die EU beschloss erst vergangene Woche Gehaltslimits für Banker.

In den USA aber könnte einem Firmenchef der Abschied bald mit noch deutlich mehr Geld versüßt werden: Dem Chef von Heinz Ketchup Chart zeigen, William Johnson, winken insgesamt 213 Millionen Dollar, falls die Übernahme seines Unternehmens wie geplant stattfindet und er seinen Job verliert. Starinvestor Warren Buffett und der Finanzinvestor 3G Capital hatten Mitte Februar angekündigt, Heinz für 28 Milliarden Dollar schlucken zu wollen.

Ein Heinz-Sprecher begründete das Abschiedsgeschenk mit den "Milliarden an Werten für die Anteilseigner", die Johnson in seinen 15 Jahren an der Spitze des Lebensmittel-Multis geschaffen habe. Die Details des goldenen Handschlags veröffentlichte das Unternehmen in einer Börsenmitteilung.

Zu dem eigentlichen Abfindungspaket von 56 Millionen Dollar wird demnach zeitlich verzögert ein Gehalt über 57 Millionen Dollar gezahlt. Außerdem hatte Johnson während seiner Laufbahn Aktien beziehungsweise Aktienoptionen im Wert von 100 Millionen Dollar erhalten, die er erst nach dem Ausscheiden verkaufen kann. Auch anderen Heinz-Spitzenmanagern winken Millionen.

Nach einer Aufstellung der Analysefirma Governance Metrics International aus dem vergangenen Jahr gab es in den USA bislang nur sechs Firmenchefs, die mit mehr Geld ausgeschieden sind. An der Spitze der Rangliste steht der legendäre General-Electric- Chart zeigenLenker Jack Welch, der 2001 zum Abschied 417 Millionen Dollar kassierte.

Einen üblen Beigeschmack hatte die Heinz-Übernahme durch den Verdacht des Insiderhandels bekommen. Die US-Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei FBI ermitteln.

dab/Reuters/dpa

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