Start-up vs. Dax-Konzern Kochboxversender an der Börse wertvoller als Lufthansa

Wegen der Coronakrise brummt das Geschäft des Berliner Unternehmens Hello Fresh. Das Unternehmen hat an der Börse sogar die Lufthansa überholt.
Mitgelieferte Kochrezepte aus einer Hello-Fresh-Kochbox

Mitgelieferte Kochrezepte aus einer Hello-Fresh-Kochbox

Foto: Daniel Naupold/ DPA

Unternehmen leiden derzeit schwer unter den Auswirkungen der Coronakrise - beim Berliner Kochboxversender Hello Fresh läuft das Geschäft aber auf Hochtouren. An der Börse hatte das am Dienstag absurde Folgen: Die Aktie des Berliner Start-ups stieg auf ein neues Rekordhoch und erreichte erstmals zwischenzeitlich einen Börsenwert von fünf Milliarden Euro. Damit übertraf die junge Firma den Börsenwert von Lufthansa, die derzeit auf einen Wert von knapp vier Milliarden Euro kommt. Die Aktie des Luftfahrtkonzerns war im Zuge der Coronakrise bisher um 40 Prozent eingebrochen.

Hello Fresh gehört damit an der Börse zu den wenigen Gewinnern der vergangenen Wochen. Seit dem Start des Coronacrashs am 24. Februar stieg der Kurs der Aktie um rund 30 Prozent und setzte damit den Höhenflug fort. In den vergangenen zwölf Monaten summiert sich das Plus auf 280 Prozent.

"Das Wachstum hat sich erheblich beschleunigt"

"Das Wachstum hat sich in der zweiten März-Hälfte erheblich weiter beschleunigt", teilte Hello Fresh mit. Das Unternehmen erwartet im ersten Quartal einen Umsatz zwischen 685 Millionen Euro und 710 Millionen Euro, zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) wird bei 55 Millionen Euro bis 75 Millionen erwartet, ein Jahr zuvor stand hier noch ein Minus von 26 Millionen Euro. Zum Vergleich: Lufthansa kam im Jahr 2019 auf einen Umsatz von 36,4 Milliarden Euro und erzielte einen Gewinn von zwei Milliarden Euro.

Hello Fresh hat zuletzt mit einem starken Wachstum gerechnet. Seine zuletzt veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2020 hat das Unternehmen nicht geändert. "Die durch die Covid-19 Pandemie hervorgerufenen Unsicherheiten und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2020 sind aktuell nicht zuverlässig quantifizierbar", teilte das Unternehmen mit.

Die Berliner Start-up-Fabrik Rocket Internet hatte das Unternehmen Ende 2017 an die Börse gebracht, hat sich aber inzwischen von all seinen Anteilen getrennt.

hej/dpa