Frühere Airbus-Radarsparte Bund will für mehr als 400 Millionen Euro beim Rüstungshersteller Hensoldt einsteigen

Ausländische Einflussnahme beim Radar- und Sensorhersteller Hensoldt will die Bundesregierung unbedingt verhindern. Nun will sich der Staat eine Sperrminorität an dem Rüstungskonzern erkaufen.
Hensoldt-Schriftzug an der Frankfurter Börse (Archivbild)

Hensoldt-Schriftzug an der Frankfurter Börse (Archivbild)

Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS

Deutschland will künftig eine Sperrminorität beim bayerischen Rüstungszulieferer Hensoldt halten. Das Bundeskabinett beschloss laut übereinstimmenden Berichten die Übernahme eines Anteils von 25,1 Prozent vom US-Finanzinvestor KKR. Laut Nachrichtenagentur Reuters will der Bund 464 Millionen Euro für das Aktienpaket bereitstellen.

Der geplante Einstieg ist offenbar sicherheitspolitisch motiviert. Wie Reuters unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, solle so ausländischer Einfluss auf das Unternehmen verhindert werden. Das Verteidigungsministerium hatte gegenüber Bundestagsabgeordneten zudem auf »sicherheitspolitische Aspekte« verwiesen. 

US-Investor KKR setzte Übernahmefrist bis Jahresende

Hensoldt ist die ehemalige Radarsparte von Airbus, im Jahr 2017 wurde sie vom US-Finanzinvestor KKR übernommen. KKR hatte dem Bund bis Jahresende eine Frist zur Übernahme gesetzt. Reuters hatte bereits am Wochenende über die Pläne berichtet.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Taufkirchen bei München beschäftigt 5400 Menschen und erzielte im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Im September war Hensoldt an die Börse gegangen.

Das Unternehmen liefert auch Schlüsseltechnologien aus den Bereichen Krypto-Technik und Sensorik. So produziert Hensoldt Reuters zufolge etwa Hightech-Kameras für Tornado-Kampfjets, Radarsysteme für Eurofighter und Periskope für Leopard-Panzer.

fek/Reuters/dpa