Reaktionen zum VW-Abschied von Herbert Diess »What? What?!!! 😱«

Herbert Diess verlässt Volkswagen und übergibt an Oliver Blume. Die Eigentümerfamilien sprechen dem Neuen ihr Vertrauen aus. Doch es gibt auch Kritik an der Entscheidung. Und einer schweigt bislang.
Herbert Diess verabschiedet sich von Volkswagen

Herbert Diess verabschiedet sich von Volkswagen

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FABIAN BIMMER / REUTERS

Zum 1. September ist Schluss: Herbert Diess verabschiedet sich von seinem Posten als Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns. Das hat das Unternehmen überraschend bekannt gegeben. Porsche-Chef Oliver Blume wird an die Spitze treten. Die Reaktionen fallen gemischt aus.

Blume hat die Rückendeckung der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. »Oliver Blume genießt seit vielen Jahren unser ausdrückliches Vertrauen«, erklärten die Familiensprecher Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch in einer Mitteilung  der VW-Dachholding Porsche SE: »Wir sind überzeugt, dass er die erfolgreiche Entwicklung des Volkswagen-Konzerns fortsetzen und die dafür erforderlichen Maßnahmen kraftvoll umsetzen wird.«

Der künftige VW-Boss Blume teilt mit, er freue sich sehr, die Porsche AG und den Volkswagen-Konzern gemeinsam zu führen. Der Sportwagenhersteller ist Teil des VW-Konzerns. Er wolle auch Porsche langfristig leiten, darauf könne sich das Team des Herstellers verlassen, sagte Blume laut Mitteilung . Das gelte auch nach einem möglichen Börsengang: »Wir haben Porsche technologisch, wirtschaftlich und kulturell erfolgreich aufgestellt.«

Oliver Blume: »Porsche erfolgreich aufgestellt«

Oliver Blume: »Porsche erfolgreich aufgestellt«

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ANDREAS GEBERT / REUTERS

Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch dankte Diess zum Abschied und sagte, er habe »sowohl in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen als auch des Konzerns die Transformation maßgeblich vorangetrieben«.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der das Land als zweitwichtigsten Eigner im Aufsichtsrat vertritt, zollte Diess Respekt. Er habe dem Unternehmen den Anstoß für wesentliche neue Vorhaben gegeben. Über Blume sagte Weil: »Ich bin zuversichtlich, dass er den Konzern mit Umsicht und Weitblick im Team mit dem Vorstand, in guter Kooperation mit dem Betriebsrat und mit sehr viel Wertschätzung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen wird.«

Der IG-Metall-Vorsitzende und Vizechef des Aufsichtsrats, Jörg Hofmann, betonte, Volkswagen müsse »neben seiner technologischen Favoritenrolle auch der sozialen Vorbildrolle gerecht werden«.

Ähnlich äußerte sich Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Der Umbruch in der Branche sei schwierig. VW müsse gestärkt aus ihm hervorgehen. »Unser Anspruch ist es aber ebenso, dass dabei trotz der großen Herausforderungen Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit gleichrangige Unternehmensziele bleiben.« Alle Kolleginnen und Kollegen müssten mitgenommen werden: »Die heutigen Entscheidungen zahlen darauf ein.«

Die ehemalige Grünen-Vorsitzende und heutige Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Simone Peter, reagierte überrascht. »What? What?!!! 😱 Er mag Fehler gemacht haben, aber VW braucht Visionäre wie Herbert Diess«, twitterte Peter: »Man hätte sich verständigen müssen. Nur mit E-Mobilität haben Autobauer eine Chance. Porsche und E-Fuels sind auf dem Holzweg. Die braucht man für Flugzeuge, aber doch nicht für Autos.«

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Diess selbst hat sich öffentlich noch nicht zu seinem Abschied geäußert. Wenige Stunden vor der Verkündung seines Abschieds hatte er sich in einem Text auf der Plattform LinkedIn  aber an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt. Darin wünschte er schöne Ferien und schrieb, VW sei »gut gerüstet« für die zweite Jahreshälfte.

ptz/dpa
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