Topverdiener im Dax VW-Chef Diess bekommt 8,5 Millionen Euro

Sein Aufstieg zum Volkswagen-Chef hat Herbert Diess ein deutliches Gehaltsplus gebracht. Trotz Dieselaffäre schloss der Manager zu den Spitzenverdienern der Dax-Konzerne auf.
Herbert Diess

Herbert Diess

Foto: Uli Deck/ dpa

Noch vor wenigen Jahren setzte Martin Winterkorn mit einem Rekordgehalt als Volkswagen-Chef die Maßstäbe unter Deutschlands Konzernchefs. Der Abgasskandal hat das verändert. Trotzdem liegt der aktuelle VW-Boss beim Verdienst im oberen Mittelfeld der Chefs deutscher Dax-Konzerne. Denn der robuste Gewinn von Volkswagen und sein eigener Aufstieg an die Konzernspitze haben VW-Vorstandschef Herbert Diess ein deutliches Plus gebracht.

Diess erhielt 2018 insgesamt knapp 8,5 Millionen Euro, wie aus dem VW-Geschäftsbericht hervorgeht. Darin sind neben dem Festgehalt, variablen Vergütungen und Langzeitboni (LTI) auch die Versorgungsansprüche enthalten. 2017 hatte seine Gesamtvergütung - damals noch als Volkswagen-Markenchef - bei 5,2 Millionen Euro gelegen.

Spitzenverdiener unter den Chefs deutscher Dax-Konzerne war 2018 Allianz-Chef Oliver Bäte mit etwas mehr als zehn Millionen Euro, gefolgt von SAP-Vorstandschef Bill McDermott mit rund 9,8 Millionen Euro. Daimler-Chef Dieter Zetsche kam auf knapp sechs Millionen Euro.

Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2014 erhielt der damalige VW-Chef Winterkorn knapp 16 Millionen Euro. Er musste aber im Zuge des Abgasskandals abdanken und 2015 die Führung an Matthias Müller abgeben. Dieser verdiente als Konzernchef einschließlich Nebenleistungen und Versorgungsansprüchen im Jahr 2017 etwas mehr als zehn Millionen Euro. Diess hatte Müller im April vorigen Jahres als VW-Konzernchef abgelöst.

Chefgehalt bei VW ist gedeckelt

Insgesamt stiegen die Vorstandsbezüge bei Volkswagen   im vergangenen Jahr leicht auf 50,3 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren hatten Boni für VW-Manager angesichts der Dieselkrise immer wieder Kritik ausgelöst. Der Konzern reformierte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter. Seitdem gibt es für den Vorstandschef eine Höchstgrenze von zehn Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung.

Für 2019 sind die Aussichten für VW eher gedämpft. Diess rechnet damit, dass das Geschäft in wichtigen Märkten wie China 2019 nochmals schwieriger werden dürfte. Dennoch erwartet er auch für das neue Jahr ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert 235,8 Milliarden Euro.

2018 lieferte der Konzern trotz aller Schwierigkeiten mit 10,83 Millionen Fahrzeugen mehr Autos aus als jemals zuvor. Mit 12,15 Milliarden Euro stieg der Nachsteuergewinn um sechs Prozent.

VW will deutlich mehr E-Fahrzeuge entwickeln

VW hat als langfristiges Ziel ausgegeben, deutlich mehr Elektromodelle auf den Markt zu bringen als bisher geplant. Bis 2028 sollen fast 70 neue E-Autos in den Verkauf gehen, kündigte der Konzern an. Bisher hatte VW von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will VW dann 22 Millionen Elektroautos auf eigenen Plattformen bauen statt bisher 15 Millionen.

Im nächsten Jahrzehnt greifen in der EU härtere Vorschriften für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids. Autohersteller müssen daher die Elektromobilität ausbauen, um mögliche Strafzahlungen zu vermeiden.

mmq/Reuters/dpa