Coronakrise in den USA Autovermieter Hertz meldet Insolvenz an

Eine weitere Traditionsfirma steht vor dem Aus: Wegen der Corona-Pandemie ist das Geschäft mit Leihwagen zusammengebrochen. Die Firma Hertz ist zahlungsunfähig - und macht die US-Regierung mitverantwortlich.
Foto: Stephane Mahe/ REUTERS

Der Autovermieter Hertz hat in der Coronakrise in den USA Insolvenz angemeldet. Der Rückgang von Reisen habe zu einem "plötzlichen und dramatischen" Einbruch bei Umsätzen und Buchungen geführt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Estero im US-Bundesstaat Florida mit.

Während der angesichts der Krise erforderlichen Umstrukturierungen würden die Geschäfte weitergeführt, heißt es in der Mitteilung . Das Unternehmen verfüge über mehr als eine Milliarde Dollar (920 Mio Euro) an Barbeständen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Ableger des Autovermieters in Europa, Australien oder Neuseeland seien von dem Insolvenzantrag nicht betroffen.

In der Mitteilung heißt es weiter, Hertz habe bereits Maßnahmen eingeleitet, als sich die Krise im März abgezeichnet habe. So sei damals beschlossen worden, weltweit 20.000 Mitarbeiter zu beurlauben oder zu entlassen - etwa die Hälfte aller Beschäftigten. Die Zahl der Fahrzeuge und Standorte werde verringert.

Man beabsichtige dennoch, Kunden weiterhin die gleiche Qualität anzubieten und Lieferanten sowie Arbeitnehmer zu bezahlen. Auch Treueprogramme sollten weitergeführt werden.

Die Liste der insolventen Traditionsfirmen wird länger

Hertz ist einer der größten Leihwagenfirmen weltweit und vermietet Fahrzeuge unter anderem auch unter den Firmennamen Dollar und Thrifty. Hertz teilte mit, der Konzern habe sich mit seinen größten Gläubigern nicht auf eine langfristige Reduzierung der Zahlungen einigen können. Auch hätten sich Hoffnungen auf eine Unterstützung der US-Regierung für Autovermieter zerschlagen.

Die Krise hat die US-Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst vor etwa einer Woche hatte die 118 Jahre alte Warenhauskette J.C. Penney Insolvenz angemeldet. Zuvor hatten bereits die Ladenketten Neiman Marcus und J. Crew Insolvenzanträge eingereicht. Für J.C. Penney arbeiten etwa 85.000 Menschen in derzeit noch mehr als 800 Läden, von denen viele das Herzstück amerikanischer Einkaufszentren sind.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben mehr als 38 Millionen Menschen zumindest zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise.

Präsident Donald Trump drängt die US-Bundesstaaten zu einer möglichst schnellen Lockerung der Schutzmaßnahmen, um die Wirtschaft vor der Präsidentschaftswahl im November wieder in Gang zu bringen.

mxw/dpa
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